Pendeln

Wenn man pendelt sieht man viele eigenartige, komische und erwirrende Dinge. Mir fällt immer wieder auch das gleiche auf.
Nehmen wir zum Beispiel das Ankommen an den Zielbahnhof. Schon zehn Minuten vor dem Halt stehen die ersten Vor der Tür.
Gar nicht lange her ist in Luzern ein Zug in die Bremsklötze gefahren und dadurch gab es einige Verletzte. Die Anzahl derer wäre geringer, wenn sie nicht so schnell vor der Tür stehen bleiben. Was bringt es einem, wenn man so lange vor der Tür steht? Der Zug kommt auch nicht schneller an.
Das interessante ist, dass es auch von der Stadt abhängig ist. In Luzern warten schon viel länger mehr Personen vor der Tür als in Bern. Ich kann es auch nicht sagen, warum das so ist.

Vor allem fällt mir auf, dass 70 Prozent, die den ersten Zug um die sechs nehmen, schlafen. Der Zug ist daher sehr still. Einige andere lesen Bücher oder schauen sich auf dem Smartphone Filme oder Serien an.

Das konnte ich auch nicht verstehen. Man hat keine Qualität auf einem solchen Bildschirm. Warum macht man das? Um Zeit zu vertreiben? Das kann es wahrscheinlich sein, ist nur unsinnig.

Komische Verhaltensweisen stossen mir auch immer mal wieder hart auf. Ich mag es gar nicht, wenn jemand am Eingang des Zuges drängelt oder zu nah an mir steht. Es ist kein Problem, wenn jemand neben mir sitzt. Aber ich mag es nicht, wenn ich den Atem der anderen Person in meinem Nacken spüre.
Neulich sah ich eine Person, die Take Away ass und die hälfte der Portion wegwarf. Es ist trotzdem komisch, dass man für etwas zahlt und dann die hälfte zurückgehen lässt. Das habe ich schon nicht im Restaurant verstanden. Da bin ich sowohl zu geizig, als auch zu viel gegen Foodwaste.

Man trifft aber auch andere komische Personen. Neulich stieg eine Mutter mit ihrem Kleinen mit Kinderwagen in den Bus. Als sie drin war, hält sich das Smartphone vor die Nase des Kindes . Das Baby nimmt nur noch das Smartphone war und war nicht abgelenkt von anderen Dingen. Das ging so etwa fünf bis zehn Minuten so. Als es das Smartphone wieder weggepackt hat, fing der Kleine an zu quengeln. Was natürlich klar ist, denn das war irgendwie wichtig für den Kleinen. Aber wann sollte man nun mit Smartphone anfangen und ab wann soll der Kleine sich an Filme gewöhnen? Ich finde mit einem Baby braucht man kein Smartphone. Oder war da ASMR? Vielleicht kannst du das ja erklären.

Bullshitjobs #Praktikumsarbeit

Am Star des Berufslebens geht ja alles nicht so schnell. Man macht Praktikas und arbeitet nebenher. In dieser Zeit sieht man sehr viele unterschiedliche Chefs und Mitarbeiter. Manchmal sind sie nett, manchmal nicht. Manchmal ist die Arbeit spannend, manchmal nicht.

Sagen wir es einmal so. Ich hatte zuerst einmal ein unbezahltes Praktikum nach meinem Studium. Danach hatte ich wirklich sieben Monate ein Praktikum, mein längstes und bisher lehrreichstes. Leider habe ich dieses nicht während dem Studium gefunden, denn das wäre die perfekte Abwechslung gewesen.
Ich habe auch viele Aufgaben übernehmen können während den unterschiedlichen Jobs. Es folgt nun in loser Reihenfolge die Bullshitjobs, die ich hatte.

Ich verwende wirklich den Namen Bullshitjob, denn diesen Begriff existiert. Bullshitjobs sind Berufe, die sinnlos sind und als diese wahrgenommen werden. Sinnlose Arbeit, zu wenig Arbeit, Fake Arbeit. Wenn man zu wenig Arbeit hat und man muss dem Kunden, dem Chef, oder sonst jemand beweissen, dass man arbeitet fakte man die Arbeit. Man tut so als würde man arbeiten, aber man arbeitet nicht. Man liest dagegen Zeitung und macht sonst etwas nebenher.

Genau so einen Job hatte ich auch einmal. Es waren zu viele Leute angestellt für die Aufgaben, die verteilt wurden. Deshalb habe ich zustätzlich auch noch Drecksaufgaben bekommen. Aufgaben, die irgendwie nach Aufgaben aussahen, aber keine richtigen waren. Wie etwas Datenbanken bereinigen und Adressen korrigieren. Langweilige und frustrierende Aufgaben. Das ging über drei Monate hin.

Im Moment bin ich auch wieder bei einem Bullshitjob mit einem Chef, der keine Geduld hat. Ich suche Adressen raus für Akquise. Diese kommen in eine Liste und mit dieser Liste werden E-Mails versendet um auf die Kommunikationsagentur aufmerksam zu machen. Das mache ich insgesamt jetzt bereits die zweite Woche vier Stunden lang. Ich weiss ehrlich nicht wie es weitergeht das nächste halbe Jahr.

Langsam zweifle ich an meiner Urteilsfähigkeit und an meiner Ausbildung. Drei Praktikas, davon zwei Bullshitjobs. Gibt es nur so viele, habe ich eine zu hohe Anforderung an die Arbeitswelt? Ach ich weiss nicht.

Liesst einfach folgenden Artikel: https://www.handelszeitung.ch/beruf/bullshit-jobs-der-grosse-leerlauf

#Praktikumsarbeit

Gerade befinde ich mich in meinem dritten sechsmonatigem Praktikum. Im Januar habe ich ein neues Praktikum bei einer Marketingagentur angefangen. Während meinen zahlreichen Praktikumszeiten habe ich viel gesehen und sinnvolle und weniger sinnvolle Aufgaben erledigen können. Aber heute, diese Aufgabe ist nicht nur eine Beleidigung meines Intellekts, sondern eine Beleidigung an meiner ganzen Person.
Denn die Aufgabe ist ein 20-seitiges Dokument, dass in den Ordnern auf dem PC nicht existiert, als Vorlage zu nehmen und das Format zu übernehmen.

Wer bitte überlegt sich so einen scheiss und warum soll die Aufgabe so wichtig sein? Ich bin richtig sauer und kann doch nichts dagegen tun, als mich bei anderen Leuten beschweren. Denn oh Wunder oh Wunder, jeder Mitarbeiter richtet seine ganze Energie für den Chef auf. Er ist ein kleines Kind, dass sich vor der Kasse auf den Boden wirft und anfängt den ganzen Supermarkt zusammenzuschreien. Ja, es hört erst dann auf, wenn es seinen Willen bekommen hat. Genauso ist der Chef sehr eckelig und penetrant, fängt auch gerne mal zu beleidigen an, bis er das bekommt was er will. Natürlich wird dann nicht mit dem Kunden abgesprochen, sondern nur drei Vorschläge gemacht. Aus diesen kann er dann aussuchen.

Genauso habe ich mir die Arbeit in einer Marketingagentur nicht vorgestellt. Ich dachte zumindest, dass der Kunde nicht nur die Aufgaben und Aufträge abgibt, sondern dass man mit dem Kunden gemeinsam arbeitet und öfters mit ihm Meetings mit Zwischenresultaten macht. Naja nicht so hier. Aber da kann ich ganz andere Geschichten erzählen. Spannende, aber weniger positiv für die Agentur.

Mit jedem Praktikum gehe ich mit grosser Motivation herein, aber irgendwie waren die letzten beiden Jobs einfach ein Schuss in den eigenen Hintern. Sie taten auf lange Sicht sehr weh und gelernt habe ich dabei nichts. Genauso verhält es sich seit einem Monat. Ich bekomme mehr oder weniger dubbeli-Arbeiten, wie man hier so schön sagt. Dumme Aufgaben, die von irgendjemand erledigt werden muss. Oder Bullshitjobs.

Denn im letzten Praktikum musste ich unter anderem Datenbanken bereinigen und zurückkommende E-Mails und Briefe in die Datenbank eintragen. Das war so langweilig, ich kann es gar nicht in Worte fassen.
Aber die heutige Arbeit toppt absolut alles was ich bisher an beschissenen Arbeiten hatte. Ich werde jetzt einmal sammeln und ein Ranking mit den sinnlosesten Aufgaben machen.

Das tragische daran ist, dass ich nicht gut in diesen Dingen bin. Ich bin dann Feuer und Flamme, wenn es anspruchsvolle und herausfordernde Arbeiten geht. Zum Beispiel habe ich gerne Arbeiten, bei der man überlegen und mitdenken muss. Solche einfachen Aufgaben sind nichts für mich. Aufgaben, die mich anregen, mit anderen zu kommunizieren.

Und ich sehe es jetzt schon wieder kommen, dass ich nur mit dummer Arbeit zugedeckt werde. Auch Praktikanten haben aber Recht auf anständige Arbeit.

Agenturleben

Vielleicht fange ich einmal von vorne an. Kommunikationsagenturen gibt es wie Sand am Meer. Es gibt gute und es gibt weniger gute. Ich bin bei einer schlechten Agentur gelandet.

Wir arbeiten wie in den 90igern. Wir haben zwar Internet, aber benutzen den Drucker überproportional viel. Das heisst, alle Dokumente, die wir bearbeiten, müssen ausgedruckt werden und dem Chef zur Kontrolle hingelegt werden. Wir haben sooo viele Ordner. Das ganze Büro besteht sozusagen nur aus Ordnern und Ablagen.

Zudem ist der Chef ein Kontrollfreak, der auch mal sehr gerne laut werden kann. Und er wechselt seine Einstellungen immer mal wieder gerne. Das macht natürlich die Arbeit nicht einfacher.
Dazu kommt, dass sich jeder Mitarbeiter am Willen des Chefs richtet. Hat er keine gute Laune, wird weniger mit ihm besprochen. Er bringt mit seiner Art auch gerne Leute zum Weinen. Und von den Angestellten heisst es dann, dass er das gar nicht mit Absicht macht.

Mich hält er für blöd oder nicht ganz auf der Reihe, denn ich bin ja die Ausländerin. Am Anfang hat er mich gefragt, ob ich Schweizerdeutsch verstehen würde. Was ich natürlich bejahte, denn verstehen ist für mich kein Problem. Dann kamen die ersten Fehler, aufgrund von geänderten Wünschen. Da sagte er mir, dass ich sowieso nicht die Sprache verstehen würde.

Man muss mit ihm sehr behutsam wie mit Samthandschuhen umgehen. Er hat nämlich auch keine Geduld etwas zu erklären. Wenn man mit ihm zum Diskutieren anfängt, heisst es gerne „ich möchte nicht stürmen“ oder „dafür habe ich jetzt keine Zeit“.

Also ist nicht nur die Arbeitsweise in den 90igern stecken geblieben, sondern auch er. Denn er hält nicht viel davon, dass die Agentur auf den sozialen Medien vertreten ist. Braucht man ja auch nicht, wenn man Telefonakquise macht.

Dazu kommt, dass es erstens auf der Homepage mit den Mitarbeiterzahlen schummelt, und zweitens mit dem Gründungsjahr der Agentur. Diese gibt er mit Mitte der 90iger an. Ja, da hatte er eine Agentur, aber eben nicht diese. Denn die vorherige ist Konkurs gegangen. Genauso wie die danach gegründete Agentur.
Denn er hat keine Stammkunden, beziehungsweise viel zu wenig. Kunden lassen sich etwas verkaufen, sei es eine Homepage oder ein Event. Aber danach bleibt der Kunde nicht mehr bei der Agentur.

Somit stellt er viele Praktikanten ein, denn er arbeitet praktisch nur mit Praktikanten. Die längst Zeit, die ein ehemaliger Mitarbeiter ausgehalten hat, war eineinhalb Jahre. Diese Praktikanten dürfen dann Kunden finden. Kundenbindung ist ein Fremdwort.

Zudem hat er einigen Menschen in der Branche ans Bein gepinkelt. Er meinte nur, dass er deshalb nicht so gerne auf der Homepage wäre. Deshalb geht er auch nicht an Branchenevents und macht Kontakte mit anderen Agenturen. Die anderen Agenturen sieht er nicht als Chance, sondern als Konkurrenz.

Wir Praktikanten müssen nun ihm zuhören und können einiges von ihm lernen.

Gedanken zu Sylvester

Erst einmal ein gutes neues Jahr euch allen. Meinen lieben Lesern, ich hoffe, dass ihr sehr gut in das neue Jahr gekommen seid.
Hoffe ihr habt eine schöne Feier gemacht mit euren Lieben und habt das Jahr gut reflektiert. Man blickt zurück und spricht nochmal vom vergangen Jahr, was man besser hätte machen können, was man ändern will.

Nun so war das nicht bei mir. Ich muss zugeben, dass ich Sylvester nicht mag. Für mich ist das alles so ein Muss. Man muss irgendwas besonderes machen, mit Leuten, die man sowieso im neuen Jahr wieder sieht. Mann muss irgendwas besonderes und nicht alltägliches machen. Man geht irgendwohin, reist irgendwohin, steigt Berge hinauf, ist mit dem Boot unterwegs.

Ich finde das immer schwierig, denn man kann wirklich nie das machen was man wirklich will. Und sei es einfach nur zu schlafen ab 12:00. Wenn man mit einigen Leuten etwas machen will, will die eine Person ein grosses Fest, die andere Person ein kleinen Fest. Der eine will essen gehen, dem anderen ist das zu langweilig. Der eine will eine bestimmte Show, die wiederum einer anderen Person nicht gefällt. Aber, da es irgendwie wichtig ist, dass man zu Mehreren ist, muss man allen irgendwie gerecht werden. Das geht aber nicht, weil es gegensätzliche Meinungen gibt.
Deshalb finde ich Sylvester immer schwierig. Vorletztes Jahr war ich mit meinem Freund in einem Wellnessurlaub und mit Essen an Sylvester. Aber auch das war nicht wirklich etwas, was ich gerne wiederholen wollen würde. Es war einfach langweilig an Sylvester.

Wenn man allerdings einen Spieleabend vorschlägt, dann erntet man auch wieder komische Blicke. Denn das ist ja langweilig „an Sylvester“. Egal, ob man das gerne macht und auch an anderen Tagen macht, an Sylester muss es eben etwas anderes sein.
Genau diese Einstellung nervt mich. Warum kann man nicht einfach seine Ruhe haben und gemütlich mit Freunden zusammen sein?

Dann kommt natürlich auch der Alkohol ins Spiel. Ich persönlich kenne kein Sylvester, an dem kein Alkohol getrunken wurde. Habe ich persönlich auch seid den letzten Jahren auch nicht. Das ist so normal geworden, dass man gerade an Sylvester über die Strenge schlägt. Das ist auch nichts verwerfliches, denn andere machen das ebenfalls.

Ich persönlich fühle mich unter Druck gesetzt, wenn ich an Sylvester denke. Und deshalb mag ich ihn auch nicht besonders.
Wie geht es euch? Habt ihr Sylvester gerne? Was macht ihr an dem Abend?

Inkonsequenz

Mein letzter Beitrag war Ende September. Darin schrieb ich kurz, dass ich eine neue Stelle anfing. Nun diese Stelle ist nun auch Geschichte.
Was ist passiert in der Zeit? Viel und nichts. Ich habe mich wirklich auf die neue Stelle gefreut. Endlich eine Stelle, die ich vertreten kann und hinter der ich stehen kann.
Die Stelle war in einem Verein, der die Energiestrategie 2050 umsetzt und Kurse zu diesem Thema veranstaltet. Kurz gesagt war der Verein für Energieeffizienz, Reduktion von CO2 unter anderem durch Innovation.

Aber wie stellte sich diese Stelle heraus? Voller Inkonsequenzen.
Die Mitarbeiter sind 80 Prozent mit dem Auto in das Büro gegangen. Foodwaste war an der Tagesordnung, sowohl bei den Kursen als auch im Büro. Es wurde praktisch alles ausgedruckt was man ausdrucken kann. So wurden E-Mails ausgedruckt und demjenigen auf den Platz gelegt. Arbeitsanweisungen wurden ausgedruckt und demjenigen auf den Platz gelegt. Mein ehemaliger Chef fliegt nun nach China um dort Meetings abzuhalten. Was das bringen soll? Keine Ahnung, aber er hat dort mal für einige Zeit gewohnt. Was das mit den Zielen des Vereins (Tätigkeitsbereich: Schweiz) zu tun hat, keine Ahnung.
Mitarbeiter sind in den Urlaub nach Sri Lanka und ähnliches geflogen. Um dort drei Wochen Urlaub zu machen.
Bei den Kursen wurde überhaupt nicht Richtung Nachhaltigkeit geplant. Foodwaste war an der Tagesordnung und niemand hat darauf geachtet, dass dieser minimiert werden könnte. Plastik, Verpackung, Geschirr-Verbrauch und ähnliches wurde nicht mit in die Planung einbezogen. So konnte zum Beispiel ein Caterer an einer Veranstaltung das Mittagessen in Plastik verpacken und Plastikbesteck dazulegen.
Jede Rechnung wurde ausgedruckt und per Post versendet. Sie wurden sogar zwei mal ausgedruckt, damit man etwas ableggen konnte.
Man konnte die Fahrtkosten mit dem Auto zu den Veranstaltungen genauso abrechnen wie mit dem Zug.

All diese Sachen sind mir leider erst nach und nach aufgefallen. Und sind mir böse aufgstossen. Ich war aber die Praktikantin, die dauernd irgendwelche sinnlosen Arbeiten machte. Ich wurde zu diesen Sachen nicht gefragt. Alle nahmen diese Verschwendung von Ressourcen hin und arbeitete danach.

Ich kann so etwas einfach nicht verstehen, denn ich dachte am Anfang, dass jeder Mitarbeiter hinter der Sache der Umweltfreundlichkeit und Ressourcenschunung steht. Aber so viele gedankenlose Aktionen waren an der Tagesordnung. Ich bin auch nicht perfekt. Ich bin mit dem Auto an Weihnachten durch die halbe Republik unterwegs, damit ich Familie von mir und meinem Freund besuchen kann. Ansonsten sind alle meine anderen Strecken per Bahn oder öffentliche Verkehrsmittel.

Was haltet ihr von der ganzen Sache, die ich kurz angerissen habe? Habt ihr auch solche Inkonsequenzen bei euch festgestellt?

Bericht über die Wiedervereinigung

Dass der Osten heute wirtschaftlich schlechter aufgestellt ist als der Westen, liege nicht an der Situation ab 1990 – sondern daran, dass die DDR wirtschaftlich marode war. „Ich halte das für einen hanebüchenen Unsinn, dass der Eindruck erweckt wird, der Westen habe ab 1990 quasi den Osten überrannt und ausgebeutet“, sagte Hirte. Natürlich seien im Zuge der Privatisierung auch Unternehmen im Osten unter die Räder gekommen. Ich will gar nicht behaupten, dass wir alles richtig gemacht hätten.“ Hirte sagte weiter: „Aber dass die Treuhand schuld ist an den Problemen, die wir heute haben, das halte ich für völlig falsch.“ Wenn Linke und AfD meinen, das sei alles vom bösen Westen verursacht worden, sei das Geschichtsklitterung

Was der Ostbeauftragte da macht und sagt ist Klitterung. Ich habe einen Artikel gelesen. Einen einzigen. Und der sagt genau das Gegenteil.

Aber fangen wir von vorne an. Ich war auch im Osten. Gerade erst wieder. Und ja, so als Externe ohne Experte dafür zu sein, dann ich dem Artikel nur zustimmen. Die Treuhand und das System dahinter war wie ein Ausverkauf der Geschäfte. Es ist eine Schande, dass die ehemaligen Besitzer der Unternehmen nichts zurück bekommen haben, als man die Schwierigkeiten gemerkt. Die ehemaligen Unternehmen in der ehemaligen DDR haben nichts zurück bekommen. In anderen Ländern versuchte man dies durch Entschädigungen und Wiederaufbau. In Deutschland hatte nur der Westen von der Wiedervereinigung profitiert. Der Osten nicht.

Heute lebt man mit den damaligen Entscheidungen. Und ignoriert die Folgen.

Nehmen wir einen Satz heraus aus dem oben zitierten. Mehr Menschen gehen in den Osten zurück, als weg. Ja, warum? Alte Menschen gehen nicht mehr irgendwo hin, ausser ins Altersheim. Diejenigen, die zurück gehen, sind wahrscheinlich angehende Rentner. Sie bauen im Osten, weil es günstiger ist als im Westen. Sie kommen mit der Westrente im Osten besser zurecht. Wer kann denn aus dem Osten weggehen? Arbeitnehmer, die Arbeit suchen. Und diese gibt es nicht so oft im Osten. Wenn die Kinder im Westen sind, können sie gar nicht mehr weggehen.

Der Osten besitzt mit Dresden, Leipzig, Berlin und andere Städte größere Gebiete. In diese ziehen ebenfalls die Arbeitnehmer zum Arbeiten. So wird das Land ausgebeutet und übrig bleiben Rentner und ältere Menschen.

Ich will gar nicht sagen, dass der Westen und einige Regionen auch Strukturschwach sind. Aber im Osten ist es ein Haus gemachtes Problem. Eines, dass man mit Ansiedlung nicht so schnell lösen kann. Denn auch Freizeit ist dort nicht: in Zittau existiert ein Kino, ein Theater, dass nicht immer Betrieb hat. Damit meine ich nicht die Sommerferien, sondern Betrieb nur zu bestimmten Zeiten.

Übrigens eine kleine Anekdote zum Schluss. Als ich mal wieder in München war, sass ich mit meinen Freund in einem Restaurant. Zuerst ist uns die Unfreundlichkeit von einigen Münchner aufgefallen. Aber in diesem Restaurant war die Kellnerin wirklich freundlich. Es stellte sich heraus, dass sie selber aus dem Osten kam. Sie fand dort keine Arbeit und war nach München gezogen. Jedenfalls hatten wir ein gutes Gefühl bei ihr.

Abschliessen möchte ich sagen, geht mal in den Osten. Er hat touristisch einiges zu bieten.