Traumvorstellung von Einrichtungen

Gestern hatte ich darüber geschrieben, dass meine Kritik und meine Änderungsvorschläge von der Fachschaft und von den Studienvertretern nicht gehört werden. Allerdings geht mir das Thema einfach nicht mehr aus dem Sinn und meine Gedanken drehen sich oft genug darüber. Dann hatte ich nach reiflicher Überlegung nach dem gestrigen Post das Gefühl, dass ich etwas anspreche aber nicht aufkläre.

Ich meine, wenn man irgendwelche Probleme hat, die man selber nicht mehr lösen kann oder darin feststeckt, sollte man sich Hilfe nehmen. Hilfe bekommt man von vielen Seiten. Das kann ein einfaches Gespräch mit dem Berufsberater sein, oder mit einem Psychologen. Nahezu alle grossen Firmen haben eine solche Anlaufstellen. Ebenso die Universitäten.
Ich habe diese Möglichkeit der Hilfe auch angenommen und einige Erfahrungen damit gemacht.

1. Kommunikation

Kommunikation ist überhaupt das wichtigste. Man stellt eine Frage, die andere Person erwartet eine Antwort.
So ist das auch bei einer Frage an den psychologischen Dienst der Universität. Man schreibt was einem gerade durch den Kopf geht und erwartet irgendwann eine Antwort.
Bei mir war das nicht ganz so offensichtlich.
Nachdem ich meinen Master anfing, schrieb ich im März eine E-Mail. Als ich bis Anfang April nichts hörte, schrieb ich eine weitere E-Mail. Eine Woche später erhielt ich auf meine zweite E-Mail eine Antwort und einen Termin auf Mitte April.
Jetzt muss man sich einmal vorstellen, dass ein zukünftiger Patient aufkommende Probleme erkennt und schnell etwas dagegen machen will. Bei so einer Arbeitszeit funktioniert das nicht. Ist der Patient womöglich noch selbstmordgefährdet, hat er sich in dieser Zeit selbst getötet.
Was ich mir wünschen würde:
– Bei Abwesenheit über zwei Wochen eine Abwesenheits-Email an den Absender zurück zu schicken mit dem Rückkehrdatum.
– Schnellere Antworten gerade bei einer solchen Einrichtung, das kann auch ein Kollege des Psychologen sein
– Bei längerer Abwesenheit eines Mitarbeiters einen Ersatz
– ein Sekretär, der die Anfragen beantwortet (vielleicht sind einige Anfragen per E-Mail lösbar)
– ein Sorgentelefon, bei dem man anrufen kann. Dieses könnte von Psychologie-Studenten angenommen werden (anonym versteht sich).

2. das Gespräch selber

So genau kann ich mich nicht mehr an mein Gespräch erinnern. Aber ich weiss noch sehr gut, dass es mir nicht helfen konnte. Im Eindefekt riet er mir zu mehr (drei mal die Woche) Sport, sodass ich mich dort auspowern kann und mehr Kontakte knüpfen kann.
Sport ist nicht immer eine Lösung. So war das auch bei mir, denn das Gespräch zog mich nur noch mehr in meine Probleme.
Was ich mir wünschen würde:
– Personen erst nehmen
– mehr Angebote für bestimmte Probleme

3. Angebote

Darüber habe ich mir am meisten Gedanken gemacht, denn an meiner Universität existiert nur ein Psychologischer Dienst und keine Gesprächsgruppen. Hier habe ich am meisten Mangel festgestellt.
Was ich mir wünschen würde:
– Beratungsstelle für Diskriminierung und Gewalt (fehlt und existiert nicht)
– Gruppengespräche für die wichtigsten Gebiete: Einsamkeit, Prüfungsstress, etc.
Hier könnten Master-Psychologen (klinische Psychologie und Arbeitspsychologie) nach Einführung mit dem Psychologen eigene Gruppengespräche leiten. Dabei könnte die Universität diese Arbeit als freiwillige Arbeit neben dem Studium entweder durch ECTS oder durch ein Papier anerkennen. Die Studenten könnten dann Erfahrungen sammeln
– Workshops wie zum Beispiel freies Sprechen (viele Studenten trauen sich nicht im Seminar etwas zu sagen. Wie lernen sie es, wenn nicht dort? Irgendwann brauchen sie das), Selbstfindung (z.B. was will ich, wie kann ich das erreichen was ich will, wie finde ich was ich will) und allgemeines Leben (z.B. wie gehe ich in der WG mit Streit um, wie handele ich diplomatisch). Auch hier könnten Master-Psychologen während dem Studium freiwillig mitarbeiten.
– Online-Forum, in dem man sich für das lernen, zum Kaffee, auf Parties etc. verabreden kann. Eine Art Facebook oder Spontacts für eine Stadt.

Im allgemeinen haben viele Studenten Ideen für die Entwicklung ihrer Universität. Doch, wie in meinem Fall, verhallen die ungehört. Das ist doch schade. Da könnte die Universität eine Plattform einrichten und die besten Ideen küren.

All diese Punkte sind nur kleine Ideenfetzen, die ja sonst keiner hören will. Meine drei Leser vielleicht auch nicht. Aber mich hat es erst einmal entspannt darüber zu schreiben und dies zu veröffentlichen.

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Kritik annehmen muss gelernt sein

Mitte August war ich bei einem Berufsberater, da ich mir nicht mehr sicher mit meinem Studium war. Ich war einfach nicht mehr zufrieden mit dem was ich mache und sah keinen anderen Ausweg als mit einem Berufsberater über meine Situation zu sprechen.
Als letztes stellte der Berater die Frage, wie ich mir ein ideales Studium vorstellen würde. Davon hatte ich ganz genaue Vorstellungen. Es gab einige Punkte, die mir an der Universität aufgefallen sind. Der Tipp des Beraters war, dass ich die Universität kritisieren müsse.
Daraufhin schrieb ich den Vertretern der Unipolitik und der Fachschaft meines Studiengangs eine E-Mail mit meinen Kritikpunkten und gab einige Verbesserungsvorschläge. Nur kritisieren ohne Verbesserungsvorschläge finde ich irgendwie kontraproduktiv.
In beiden E-Mails habe ich meine Hilfe angeboten, dass kleinere Dinge umgesetzt werden können. Ich wäre motiviert gewesen wirklich Ideen umzusetzen, Zeit und Kraft zu investieren, mich mit Professoren auseinander zu setzten und gegebenenfalls zu streiten um etwas an der Universität zu verändern.

Was ist passiert? Bis heute? Was kam zurück?
Nichts, überhaupt gar nichts. Einen Monat lang.
Diese beiden E-Mails sind ins Leere gelaufen.
Ich weiss nicht, ob sie überhaupt gelesen wurden, ob sich jemand damit befasst hat, ob jemand darüber irgendwelche Gedanken gemacht hat oder ob sie an die richtige Adresse gingen.
Das finde ich mehr als nur schade, denn ein Punkt liegt mir sehr am Herzen. Andre Punkte sind Anregungen, damit der Studiengang etwas besser wird.
Und damit bin ich im Dilemma:
Auf der einen Seite habe ich Ideen wie man Punkte verändern kann (einige sind schnell umgesetzt andere brauchen länger), auf der anderen Seite will dies niemand hören.
So wird sich nichts verändern, Studenten werden in eine ähnliche Situation kommen wie ich und das DAS eben genau DAS geht mir gegen den Strich. Es regt mich auf und demotiviert mich gleichzeitig.

Aber was will ich von Studenten erwarten, wenn ich von Assistenten, Betreuern und Beratungsstellen der Universität keine Antwort bekomme?

Weiter geht`s im Hamsterrad

Eine Woche Urlaub bei den Eltern meines Freundes liegen nun hinter mir. Mich strengen diese Eltern-Urlaube im allgemeinen etwas mehr an, als andere Menschen. Das liegt zum einen daran, dass meine Eltern sehr schwierig sind, und zum anderen, dass mein Freund eine relativ grosse Familie hat.

Jetzt geht es weiter am 15. September mit der Uni. Nach meiner Ankunft lag meine Motivation wieder zurück an die Uni zu gehen auf einem mittelmässigen Niveau. Doch als ich bei Facebook die bevorstehenden Parties sah, sank meine Motivation. Es fiel mir wieder auf, dass ich keine Kontakte und keine Bekannten an der Uni habe, mit denen ich hingehen könnte.
Auch die Anrechnung von Veranstaltungen zieht sich in die Länge, da unsere Fakultät irgendwie Korrespondenzen per E-Mail vor Telefon bevorzugt. Toll und besonders motivierend ist, wenn man acht Werktage (also Wochenende ausgenommen) keine Antwort auf eine Frage bezüglich einen Termin bekommt. Wenn man nun per Telefon kurz einen Termin machen will, muss dies per E-Mail geschehen und nicht per Telefon. Die Mitarbeiter brauchen meine Korrespondenz, die sie nicht in ihren E-Mail-Fächern finden. Also schreibt man wieder eine E-Mail und wartet auf Antwort.

Also bin ich wieder gefangen im Hamsterrad, in dem ich so schnell laufen kann wie ich will ohne wirklich vorwärts zu kommen.

Vertiefungs-Tipp: Syrien

Es gibt immer wieder Themen, die in den Zeitungen angesprochen werden und von denen man mehr wissen will. Heute gibt es eine Fülle von anderen Informationskanälen, wie Dokumentationen, Videos, Podcasts, Vorträge, Bücher, Zeitschriften etc. So verliert man leicht den Überblick.
In der Serie „Vertiefungs-Tipp“ will ich neue Aspekte ansprechen.

Heute: Syrien: Krieg, IS im Nahen Osten

 

In den Medien kann man viel über den Syrien-Konflikt, Flüchtlinge, IS und Terroranschläge und ähnliches lesen oder hören. Es vergeht fast kein Tag ohne eine Nachricht aus dieser Region.
Seit ich zufällig auf ein Buch in einer Bücherbox gestolpert bin, beschäftige ich mich mit diesem Thema. Es gibt eine Hülle und Fülle mit diesem Thema, schier endlos.
Deswegen will ich mit euch heute mein Zugang zu Informationen über den Nahen Osten teilen. Es ist natürlich nicht abschliessend, aber ich will einen kleinen Überblick geben.

Bücher

Endstation Islamischer Staat?: Staatsversagen und Religionskrieg in der arabischen Welt“ von Rainer Hermann behandelt nicht nur Syrien, sondern den Nahen Osten und die Geschichte in der Problematik des IS. Wen eine Analyse und kleine Gesamtdarstellung des IS interessiert, sollte dieses Buch lesen. Auch die Rezensionen von Amazon sind überzeugend.
Meine Wertung: Es ist ein dünnes Buch und gut zu lesen, es beinhaltet keine allzu schwierige Sprache (die man sonst in anderen Büchern finden könnte), aber dafür gute Zusammenhänge.

Podcast

Durch Zufall bin ich auf den Podcast „Bilals Weg in den Tod“ gestossen. Es ist ein Podcast in fünf Teilen von Radio Eins. Philip Meinhold will erfahren, warum sich ein 17-jähriger Junge nach Syrien ging und sich dort dem IS anschloss. Er interviewt ehemalige Lehrer, die Mutter, Freunde und etliche mehr. Auch Islamwissenschaftler und ein ehemaliger Salafist kommen zu Wort.
Meine Wertung: es ist absolut gelungen; so grausam es auch klingt: es ist wirklich spannend zu hören wie das Umfeld reagiert und welche Lösungen es bezüglich Prävention vor Ausreisenden vorschlägt.

Michael Lüders

Ein Satz: der Mann kennt sich aus im Nahen Osten. Die Zeitungen nennen ihn oft „umstrittener Nahostexperte“. Ich finde das nicht gerecht, denn er weiss von was er redet und belegt das auch mit Fakten. Er hat einige Bücher geschrieben über die Entstehung und die Entwicklung der Probleme im Nahen Osten. Auf seiner Homepage findet man seine kompletten Vorträge, Auftritte in anderen Formaten und natürlich seine Bücher.
Seine Vorträge sind nicht steif, aber dafür tiefgründig.

 

Es hat natürlich noch etliche mehr Materialien, das war ein kleiner Überblick oder vielleicht eine Inspiration sich mit dem sehr Komplexen Thema zu befassen.
Wenn du noch etwas andere Infos kennst, dann immer gerne in die Kommentare.

Änderungen im nächsten Uni-Semester

Das letzte Semester an der Uni nach einem Semester Pause stellte sich als nicht besonders erfolgreich heraus. Ich bin offen auf neue Mitstudenten zugegangenen, diese Offenheit wurde nicht erwidert. Ich wollte wie vorher meine aktive Mitarbeit in Seminaren behalten und wurde von anderen Mitstudenten ungläubig angesehen. Ich wollte, dass Studenten während meiner Präsentation vom Inhalt etwas mitbekommen. Deshalb stellte ich Fragen, die niemand beantwortete. Ich wollte keine langweiligen Seminare und Vorlesungen über mich ergehen lassen und lies öfters eine Sitzung aus, sodass ich die Anwesenheitspflicht strapazierte.
Ich habe einfach gemerkt, wenn ich meine bisherige Einstellung, Studium ist für das Wissen da, beibehalte gehe ich unter und bekomme keinen Abschluss.
Somit wurde mein ganzer Aufwand und meine ganze Motivation während den ersten drei Wochen komplett aufgefressen. Da ich die Situation nicht ändern kann, muss ich mich selber ändern. Deshalb habe ich zwei Möglichkeiten:
1. mich anzupassen und so schnell wie möglich den Abschluss machen
2. mit der Einstellung des letzten Semesters weiter unglücklich sein.

In beiden Fällen bin ich unglücklich. Aber im zweiten Fall komme ich nicht weiter, weil ich auf interessante Präsentationen ohne Ablesen und mit Fragen und Diskussion warte. Dies wird nicht geschehen.
Deshalb muss ich mich gezwungener Massen anpassen. Ob ich will oder nicht.
Deshalb werde ich im nächstes Semester einiges umstellen – auch meine Einstellung:

Seminare

So werde ich mich in alle Seminare – auch ohne Anwesenheitspflicht – hinbewegen. Dort werde ich auf 60 Prozent abgelesene Präsentationen treffen, die absolut uninteressant sind und aus denen man kein Wissen generieren kann. Ich werde mich in die hinterste Reihe setzten und zuhören, vielleicht mitschreiben. Das ganze dient dazu meine Geduld aufzubauen. Wissen bekomme ich dort nicht, dies bekomme ich durch Bücher, die ich privat lese. Schade, denn ich habe den Master angefangen, weil es mich interessiert und ich viele Dinge wissen wollte. Dies bringt mir aber in dem Zustand der jetzigen Seminaren nicht weiter und ich muss meine Einstellung ändern.
Ich werde jedes noch so sinnloses Seminar besuchen. Wenn der Professor Textpassagen aus den zuvor gelesenen Texten austeilt und jeden Teil zerpflückt, dann ziehe ich mich eben zurück. Ich mache keine Beiträge mehr und mache das ganze nur noch wegen den ECTS.

Präsentationen in den Seminaren

Wenn ein Professor zu meiner Präsentation sagt, dass sie zwar gut war, aber ich am Anfang zu lange auf einem Thema stehen geblieben bin, dann muss ich auch hier etwas ändern. Ich werde keine Fragen mehr stellen. Ich werde meine gewöhnten Sätze nach jedem grossen Teilabschnitt weglassen. Bisher fragte ich immer, ob das so verstanden wurde und ob jemand eine Frage hat. Ich stellte sogar dazwischen Wissensfragen. Die Fragen sind ungewöhnlich und werden nicht beantwortet. Der besagte Professor meinte, ich müsse mich einfach daran gewöhnen, dass niemand antwortet. Ich kann mich nicht daran gewöhnen, also muss ich meine Gewohnheit umstellen.
Also werde ich am Anfang der Präsentation sagen, dass man mich unterbrechen kann und Fragen stellen kann. Ich werde keine Fragen mehr stellen und wie alle anderen 20- 30 Minuten ununterbrochen meine Präsentation halten. Im Wissen, dass mir niemand zuhört und ich die Punkte brauche.

Art der Präsentation

Auch hier muss ich mich verändern. Wenn ich in der ersten Runde der Präsentation sehe, dass die Studenten ablesen, werde ich das auch so machen. Ich werde fünf Seiten im Fliesttext schreiben und einfach ablesen. Es ist stinke-langweilig. Aber ich habe keine Lust, weil ich meine Einstellung behalte eine schlechtere Note zu bekommen. Es ist traurig, dass ich das so machen muss, aber unausweichlich.

Vorlesungen

In Vorlesungen war ich schon lange nicht mehr. Ich hatte bisher gute und weniger gute. In die weniger guten Vorlesungen bin ich letztes Semester nicht mehr gegangen. Ich werde einfach hingehen. Egal, ob mich das Thema interessiert oder nicht. Egal wie schlecht eine Vorlesung ist. Hinsetzten und zuhören. Nebenbei kann man ja auch etwas anderes machen.

 

Wo führt uns das ganze hin? 
1. Ich lerne nichts
2. werde demotiviert und bekomme ein Gefühl, dass mich die ganze Welt ankotzt
3. einsam von Vorlesung zu Seminar ohne weitere Interaktionen gehen
4. werde mich in Seminaren langweilen und mich fragen, warum mache ich das ganze
5. werde etwa 30-35 ECTS nachholen (kein Problem habe ich schon einmal gemacht)
Fazit: ich bekomme meinen Abschluss. Als letztes finde ich es schade, wie sich der Master und der Bachelor unterscheiden. Ich will immer etwas neues Wissen und lerne gerne neue Dinge, da ich neugierig bin. Aber wie sich der Master entwickelt hat, bin ich enttäuscht. Ich hätte mir mehr erwartet. Gleichzeitig bin ich mir absolut bewusst, dass mein Vorgehen unfair gegenüber Professoren ist. Ich sehe einfach nur keinen Ausweg mehr. Wenn man die Situation nicht ändern kann, muss man sich eben der Situation anpassen.

Wie ich neue Gewohnheiten lerne

Ein neuer Monat bricht herein, da ist es wieder an der Zeit auf den letzten Monat zurück zu blicken. Der letzte Monat war durchwachsen. Motiviert und hoffnungsvoll startete ich in den Juli. Diese Motivation lies immer mehr nach. Ich lasse mich gerne mitreissen von anderen Menschen, die mich positiv beeinflussen. Oft spreche ich mit Leuten und denke mir, dass ich auch so etwas machen will. Dann bin ich sehr motiviert und kann sehr lange daran zehren. Nun, ich habe keinen Kontakt mehr mit der Person. Keiner hat sich mehr gemeldet, die andere Person wohnt in einer anderen Stadt und hat dort schon ihre sozialen Kontakte. Ich habe mich inspirieren lassen von einer flüchtig kennen gelernten Person, bei der ich dachte der soziale Kontakt hält länger an.
Ich schrieb zwei Vereine, die mich interessierten an um mehr Informationen zu erhalten. Von einem habe ich eine E-Mail zurück bekommen. Der andere Verein, der für mich wichtiger war, schrieb nicht zurück.
So muss ich wieder von vorne anfangen und mir Aktivitäten suchen, die ich gerne machen will.

Deshalb bin ich wieder einigermassen in meine alten Gewohnheiten zurückgefallen. Es ist einfacher, wenn eine andere Person neben einem steht und einen unterstützt. Man hat einen Grund, warum man seine alten Gewohnheiten ablegt und neue erlernt. Die andere Person kann einen dabei helfen und unterstützen. Alleine irgendwelche Gewohnheiten abzulegen und neue zu erlernen ist dagegen schwieriger. Man hat keinen Gegenüber und damit auch kein Feedback.

So habe ich festgestellt, dass ich erstens einen Grund brauche warum ich alte Gewohnheiten ablegen soll, zweitens eine motivierende Person in meinem Umfeld brauche.
Nehmen wir einmal das Beispiel Sprachen lernen. Ich kann noch so viel Motivation haben Vokabeln zu lernen, wenn ich kein Gegenüber habe, mit dem ich sprechen kann, dann bricht alles in sich zusammen. Dann bleibe ich auf den gleichen Level und ich kann mir noch so sehr einreden, dass schon jemand kommt. Die Motivation ist nicht die gleiche. Dann versuche ich Möglichkeiten zu finden um ein Gegenüber zu finden. Das braucht zusätzliche Motivation. Die Suche kann auch in die Hose gehen. Je länger die Suche dauert und je erfolgloser sie sich herausstellt, desto weniger Motivation habt man. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man einfach keine Lust mehr hat.
Motivation kann sich zwar von einem selber aufbauen. Aber wenn man immer mehr und auf immer grössere Widerstände stösst, desto schneller wird aufgegeben. Da bin ich nicht die einzige, das weiss ich.

Es fühlt sich eher so an, als ob man mit dem Kopf durch die Wand will. Einmal ist es eine Betonmauer, ein anderes mal ist es Papier und ein weiteres mal ist es eine Tür. Durch die Tür kann man gehen, das stellt kein Problem dar. Durch Papier ist es einfach durchzubrechen, also auch kein grosses Problem. Eine Betonmauer ist schwieriger und man braucht Kraft um durchzubrechen. Die Wände stehen in unterschiedlicher Entfernung hintereinander.
Wenn zwei Betonmauern hintereinander kommen, hat man für die zweite Wand nicht mehr so grosse Kraft wie bei der ersten. Denn man hat ja die Kraft für die erste Mauer verbraucht.

Deshalb sehe ich die Veränderung von Gewohnheiten eher wie Mauern an. Für den einen ist Rauchen aufhören eine Papierwand, für den anderen eine Betonwand. Die erste Person wird rauchen nicht vermissen, die zweite Person dagegen schon.
Bei mir hilft das Umfeld passiv oder aktiv bei der Bewältigung der Mauern mit. Zwei Personen können eine Betonmauer schneller und einfacher einreissen als eine Person. Andere Menschen geben mir Motivation um etwas zu erledigen und so kann ich stärkere Mauern auch alleine einreissen.

Motivation und Ziele

Mein zweite schriftliche Arbeit für die Universität ist abgeschlossen und abgeschickt. Die erste schriftliche Arbeit war schon so ein durchgehänge. Immer wieder fragte ich mich, warum ich das ganze eigentlich mache. Die Antwort ist einfach: für Noten, damit ich endlich mit dem Master fertig werde. Aber das war es auch schon. Es gibt irgendeine Note zwischen einer 3,5 und einer 5. Bei einer 3,5 muss ich die Arbeit wiederholen und es wird eine 4 oder eine 4,5. Meist bekomme ich kein Feedback. Bei einer Rückmeldung verändere ich die Arbeit so wie der Professor sie haben will. Wenn sie angenommen wird, liegt die Arbeit bei der Universität und verstaubt dort in irgendwelchen Regalen mit anderen schriftlichen Arbeiten. Nie wieder wird man davon sprechen. Niemand wird sie wieder lesen. Das demotiviert mich. Mit Bachelor oder Masterarbeiten ist das anders. Die stehen in der Bibliothek zum lesen.

Mich demotiviert aber das ganze universitäre System.
Mich demotiviert es, wenn ich von Studenten bei Vorträgen keine Antwort auf meine Fragen bekomme.
Mich demotiviert es, wenn ich keine Antwort von Studenten auf E-Mails bekomme. Das ist mir besonders während den Sommerferien aufgefallen. Ignoration als Antwort, dass man keine hat?
Mich demotiviert es, wenn ich wieder an September denke und wieder so weitermache wie bisher.

In diesem Zusammenhang habe ich gemerkt, dass ich Ziele brauche. Ziele, die mir etwas bedeuten und auf die ich stolz sein kann. Darunter ist eben keine Präsentation an der Universität. Das sind nicht wirklich Noten von schriftlichen Arbeiten. Die arbeite ich ab, bekomme eine Note und dann verstaubt das in den Regalen der Universität. Es wird nie wieder vor geholt. Das sind nicht wirklich Noten auf Prüfungen. Im Bachelor hatte ich fünf Prüfungen in zwei Wochen. Gelernt, ausgekotzt, vergessen und Note darauf bekommen. Die Sammlung von Noten von Prüfungen, Präsentationen und schriftlichen Arbeiten ergibt ein Zeugnis. Bachelor, Master.
Aber wo ist die Herausforderung? Wo ist die Antwort auf meine Frage, warum ich das mache? Für einen Master?

Es gibt eine schöne Definition von Zielen: sie sollen SMART sein. Spezifisch, Messbar in der Umsetzung, Ansprechend für die jeweilige Person, realistisch und terminiert sein. Am einfachsten ist es, wenn man sich einen Plan macht und diese viel Punkte untereinander schreibt. Bei jedem Punkt fragt man sich: wie kann ich mein Ziel so präzise ausdrücken?, wie kann ich es messen?, Wie kann ich es für mich personalisieren?, wie realistisch ist es das Ziel einzuhalten? (Skala 1-10), Bis wann kann ich es erfüllen?
Wenn man das Ziel nicht einhalten kann, dann sollte man beim Punkt eins nochmal anfangen. Vielleicht ist es nicht genug ausformuliert oder nicht genug personalisiert.
Das SMART-System ist sehr praktisch. Ich würde das wirklich jedem empfehlen, wenn er Ziele vor sich hat. Hinsetzten und schreiben. Durch schreiben erkennt man viel mehr, als nur zu überlegen. Vielleicht hilft es auch, diese sichtbar in der Wohnung aufzuhängen. Dann hat man seine Ziele immer vor sich und weiss, was man machen muss um diese einzuhalten.

Ehrlich zugeben muss ich, dass ich genau das probiert habe. Ich habe versucht meine Demotivation los zu werden. Deshalb habe ich ein SMART-Plakat gemacht. Gehalten habe ich mich nicht daran. Für mich fehlen eben extrinsische Faktoren, die ich nicht beeinflussen kann. Diese Faktoren sind die Studenten um mich herum. Wenn ich eine Präsentation halte, mich vorbereite und dann keine Antwort auf meine Fragen bekomme, demontiert mich das. Da hilft mir auch kein SMART-System.

Meine Meinung: G20

G20 in Hamburg ist nun wirklich vorbei. Das vergangene Wochenende war ja wirklich voll mit Berichterstattung von G20. Da konnte man sich einfach nicht entziehen. Wie ich schon auf Facebook schrieb, finde ich die Krawallen absolut daneben.

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Aber das ist auch nicht alles, worüber ich mich aufrege.
Ich finde die Reaktion von dem Bürgermeister von Olaf Scholz arrogant.
Ich finde die Reaktion von SPD und CSU absolut daneben, wenn sie jetzt eine europäische Kartei für Extremisten fordern.
Ich finde die Reaktion von bestimmten Medien absolut daneben, wenn sie sich selber über die Berichterstattung kritisieren und immer weiter darüber schreiben.
Ich finde Talksendungen wie Anne Will über die Ereignisse in Hamburg daneben, in denen immer die gleichen Nasen sitzen. Da wird Olaf Scholz eine Plattform gegeben, in der er sich aus der Verantwortung herausstottern kann. Es wird eine populistische Meinung vertreten, die einfach mal generelle Vorurteile schürt.
Ich finde es von der Hamburger Polizei absolut nicht demokratiefördernd, wenn eine zuvor angemeldete Demonstration auseinandergetrieben wird. Genauso finde ich es nicht demokratiefördernd, wenn ein genehmigter Platz für Zelte von der Polizei mit Gewalt aufgelöst wird.
Ich finde die polizeiliche Gewalt und im Gegenzug Gewalt von Autonomen nicht förderlich. Da baut sich eine Gewaltspirale auf, die nicht mehr durchbrochen werden kann. Jeder hat Vorurteile gegenüber dem anderen und äussert es nur noch mit Gewalt.

In Hamburg ist so viel schief gelaufen. Ich bin kein Experte, aber ich habe einfach das Gefühl, dass zuerst die Delegationen aus dem Ausland geschützt werden sollten und die Stadt war den Sicherheitsplanern absolut egal. Wie kann es sonst sein, dass Kritik schon im Vorfeld geäussert wurde?

Jetzt geht es darum die Schuldigen zu finden. Aber Olaf Scholz wird nicht zurücktreten, die Sicherheitsorgane der Stadt werden ihre Teilschuld auch nicht eingestehen. Das ganze wird so lange hin und her gehen, wie es in Duisburg der Fall war. Verantwortung wird hin und her geschoben. Niemand will wirklich Verantwortung übernehmen, denn jeder hat eine Teilschuld. Wenn wirklich jeder Beteiligte Verantwortung übernehmen würde, dann würden sehr viele Menschen entlassen werden müssen.

Zuerst ist es ganz unvernünftig, dass der G20 Gipfel in einer Stadt ausgerichtet wird. Das schwerwiegendste Problem halte ich für das Wissen der Gefährlichkeit bezüglich eines Viertels in Hamburg. Die Schanze ist bekannt dafür, dass am 1. Mai Autos brennen. Diese Ereignisse vergangenes Wochenende konnten demnach vorhergesehen werden. Wenn ich genau weiss, dass ich nicht zu schnell fahren darf und mich um einen Strafzettel wundere, bin ich irgendwie selbst schuld. Genau so ist es eben in Hamburg.

Mich regt es auch auf, wenn die Gewerkschaft der Kriminalbeamten twittert, dass in der Berichterstattung der Tagesschau nichts von verletzten Polizisten zu hören ist. Das stimmte nicht. Aber es gibt die unzufriedenen, Lügenpresse-Schreienden, die direkt auf den Tweet aufgesprungen sind. Die haben bestimmt nicht die Tagesschau gesehen. Die kennen nur den Tweet und nehmen den für ernst, denn sie haben bereits Vorurteile. So ein Tweet schürt nicht gerade Verständnis für die Medien im allgemeinen.  So baut man keine Vorurteile ab, sondern verfestigt sie.

AfD und die ganze Rechte Gruppe werfen nun Linke, Demonstrierer, Aktivisten und Randalierer in einen Topf. Das wird auch nicht besonders schön für die Wahl im September. Dadurch konnten sie so etwas mehr Stimmen von den unzufriedenen, Lügenpresse-Schreienden holen.

SPD und CSU sind aber auch nicht besser. Sie fordern jetzt ein grösseres Durchgreifen bei der Polizei, wahrscheinlich auch noch höhere Voraussetzungen für andere Demonstrationen, mehr Überwachung. Das alles wird nichts nützen. Wenn ich potenzielle Kriminelle vorher kenne und ich lasse sie gewähren bei einem Mord, muss ich den Mord aufklären. Da kenne ich die Kriminellen, aber ich habe nichts unternommen um den Mord zu verhindern. Dabei gibt es auch hier im Gesetz bestimmte präventive Massnahmen. Das wurde versäumt. Was soll da eine noch grössere Überwachung verhindern, wenn ich dann nichts mit den Infos mache?

Es ist einfach traurig, dass so etwas passiert ist. Aber man ist sehenden Auges in diese Situation geraten.

Umwelt, Medien, Gesellschaft und dabei sich selbst zu finden

des Grafen Lesestunde

Willkommen auf dem Bikini Atoll, meinem Testgebiet für Schreibübungen, Buchstabentänze und Wortgemälde. Warum das Ganze? Damit ich nicht nur für mich selber schreibe, sondern vielleicht auch jemandem eine kleine Freude mache. (unkorrigierte Basisfassungen, ich habe leider keinen Lektor)

ameisen im kirschblütenhaufen

schreiben als antwort aufs schweigen

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Alexander Trost: Bessere Fotos mit der (digitalen) Spiegelreflexkamera, Kompaktkamera & Bridgekamera. Immer neue Foto-Tipps und Foto-Aufgaben!

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