Vertiefungs-Tipp: Syrien

Es gibt immer wieder Themen, die in den Zeitungen angesprochen werden und von denen man mehr wissen will. Heute gibt es eine Fülle von anderen Informationskanälen, wie Dokumentationen, Videos, Podcasts, Vorträge, Bücher, Zeitschriften etc. So verliert man leicht den Überblick.
In der Serie „Vertiefungs-Tipp“ will ich neue Aspekte ansprechen.

Heute: Syrien: Krieg, IS im Nahen Osten

 

In den Medien kann man viel über den Syrien-Konflikt, Flüchtlinge, IS und Terroranschläge und ähnliches lesen oder hören. Es vergeht fast kein Tag ohne eine Nachricht aus dieser Region.
Seit ich zufällig auf ein Buch in einer Bücherbox gestolpert bin, beschäftige ich mich mit diesem Thema. Es gibt eine Hülle und Fülle mit diesem Thema, schier endlos.
Deswegen will ich mit euch heute mein Zugang zu Informationen über den Nahen Osten teilen. Es ist natürlich nicht abschliessend, aber ich will einen kleinen Überblick geben.

Bücher

Endstation Islamischer Staat?: Staatsversagen und Religionskrieg in der arabischen Welt“ von Rainer Hermann behandelt nicht nur Syrien, sondern den Nahen Osten und die Geschichte in der Problematik des IS. Wen eine Analyse und kleine Gesamtdarstellung des IS interessiert, sollte dieses Buch lesen. Auch die Rezensionen von Amazon sind überzeugend.
Meine Wertung: Es ist ein dünnes Buch und gut zu lesen, es beinhaltet keine allzu schwierige Sprache (die man sonst in anderen Büchern finden könnte), aber dafür gute Zusammenhänge.

Podcast

Durch Zufall bin ich auf den Podcast „Bilals Weg in den Tod“ gestossen. Es ist ein Podcast in fünf Teilen von Radio Eins. Philip Meinhold will erfahren, warum sich ein 17-jähriger Junge nach Syrien ging und sich dort dem IS anschloss. Er interviewt ehemalige Lehrer, die Mutter, Freunde und etliche mehr. Auch Islamwissenschaftler und ein ehemaliger Salafist kommen zu Wort.
Meine Wertung: es ist absolut gelungen; so grausam es auch klingt: es ist wirklich spannend zu hören wie das Umfeld reagiert und welche Lösungen es bezüglich Prävention vor Ausreisenden vorschlägt.

Michael Lüders

Ein Satz: der Mann kennt sich aus im Nahen Osten. Die Zeitungen nennen ihn oft „umstrittener Nahostexperte“. Ich finde das nicht gerecht, denn er weiss von was er redet und belegt das auch mit Fakten. Er hat einige Bücher geschrieben über die Entstehung und die Entwicklung der Probleme im Nahen Osten. Auf seiner Homepage findet man seine kompletten Vorträge, Auftritte in anderen Formaten und natürlich seine Bücher.
Seine Vorträge sind nicht steif, aber dafür tiefgründig.

 

Es hat natürlich noch etliche mehr Materialien, das war ein kleiner Überblick oder vielleicht eine Inspiration sich mit dem sehr Komplexen Thema zu befassen.
Wenn du noch etwas andere Infos kennst, dann immer gerne in die Kommentare.

Änderungen im nächsten Uni-Semester

Das letzte Semester an der Uni nach einem Semester Pause stellte sich als nicht besonders erfolgreich heraus. Ich bin offen auf neue Mitstudenten zugegangenen, diese Offenheit wurde nicht erwidert. Ich wollte wie vorher meine aktive Mitarbeit in Seminaren behalten und wurde von anderen Mitstudenten ungläubig angesehen. Ich wollte, dass Studenten während meiner Präsentation vom Inhalt etwas mitbekommen. Deshalb stellte ich Fragen, die niemand beantwortete. Ich wollte keine langweiligen Seminare und Vorlesungen über mich ergehen lassen und lies öfters eine Sitzung aus, sodass ich die Anwesenheitspflicht strapazierte.
Ich habe einfach gemerkt, wenn ich meine bisherige Einstellung, Studium ist für das Wissen da, beibehalte gehe ich unter und bekomme keinen Abschluss.
Somit wurde mein ganzer Aufwand und meine ganze Motivation während den ersten drei Wochen komplett aufgefressen. Da ich die Situation nicht ändern kann, muss ich mich selber ändern. Deshalb habe ich zwei Möglichkeiten:
1. mich anzupassen und so schnell wie möglich den Abschluss machen
2. mit der Einstellung des letzten Semesters weiter unglücklich sein.

In beiden Fällen bin ich unglücklich. Aber im zweiten Fall komme ich nicht weiter, weil ich auf interessante Präsentationen ohne Ablesen und mit Fragen und Diskussion warte. Dies wird nicht geschehen.
Deshalb muss ich mich gezwungener Massen anpassen. Ob ich will oder nicht.
Deshalb werde ich im nächstes Semester einiges umstellen – auch meine Einstellung:

Seminare

So werde ich mich in alle Seminare – auch ohne Anwesenheitspflicht – hinbewegen. Dort werde ich auf 60 Prozent abgelesene Präsentationen treffen, die absolut uninteressant sind und aus denen man kein Wissen generieren kann. Ich werde mich in die hinterste Reihe setzten und zuhören, vielleicht mitschreiben. Das ganze dient dazu meine Geduld aufzubauen. Wissen bekomme ich dort nicht, dies bekomme ich durch Bücher, die ich privat lese. Schade, denn ich habe den Master angefangen, weil es mich interessiert und ich viele Dinge wissen wollte. Dies bringt mir aber in dem Zustand der jetzigen Seminaren nicht weiter und ich muss meine Einstellung ändern.
Ich werde jedes noch so sinnloses Seminar besuchen. Wenn der Professor Textpassagen aus den zuvor gelesenen Texten austeilt und jeden Teil zerpflückt, dann ziehe ich mich eben zurück. Ich mache keine Beiträge mehr und mache das ganze nur noch wegen den ECTS.

Präsentationen in den Seminaren

Wenn ein Professor zu meiner Präsentation sagt, dass sie zwar gut war, aber ich am Anfang zu lange auf einem Thema stehen geblieben bin, dann muss ich auch hier etwas ändern. Ich werde keine Fragen mehr stellen. Ich werde meine gewöhnten Sätze nach jedem grossen Teilabschnitt weglassen. Bisher fragte ich immer, ob das so verstanden wurde und ob jemand eine Frage hat. Ich stellte sogar dazwischen Wissensfragen. Die Fragen sind ungewöhnlich und werden nicht beantwortet. Der besagte Professor meinte, ich müsse mich einfach daran gewöhnen, dass niemand antwortet. Ich kann mich nicht daran gewöhnen, also muss ich meine Gewohnheit umstellen.
Also werde ich am Anfang der Präsentation sagen, dass man mich unterbrechen kann und Fragen stellen kann. Ich werde keine Fragen mehr stellen und wie alle anderen 20- 30 Minuten ununterbrochen meine Präsentation halten. Im Wissen, dass mir niemand zuhört und ich die Punkte brauche.

Art der Präsentation

Auch hier muss ich mich verändern. Wenn ich in der ersten Runde der Präsentation sehe, dass die Studenten ablesen, werde ich das auch so machen. Ich werde fünf Seiten im Fliesttext schreiben und einfach ablesen. Es ist stinke-langweilig. Aber ich habe keine Lust, weil ich meine Einstellung behalte eine schlechtere Note zu bekommen. Es ist traurig, dass ich das so machen muss, aber unausweichlich.

Vorlesungen

In Vorlesungen war ich schon lange nicht mehr. Ich hatte bisher gute und weniger gute. In die weniger guten Vorlesungen bin ich letztes Semester nicht mehr gegangen. Ich werde einfach hingehen. Egal, ob mich das Thema interessiert oder nicht. Egal wie schlecht eine Vorlesung ist. Hinsetzten und zuhören. Nebenbei kann man ja auch etwas anderes machen.

 

Wo führt uns das ganze hin? 
1. Ich lerne nichts
2. werde demotiviert und bekomme ein Gefühl, dass mich die ganze Welt ankotzt
3. einsam von Vorlesung zu Seminar ohne weitere Interaktionen gehen
4. werde mich in Seminaren langweilen und mich fragen, warum mache ich das ganze
5. werde etwa 30-35 ECTS nachholen (kein Problem habe ich schon einmal gemacht)
Fazit: ich bekomme meinen Abschluss. Als letztes finde ich es schade, wie sich der Master und der Bachelor unterscheiden. Ich will immer etwas neues Wissen und lerne gerne neue Dinge, da ich neugierig bin. Aber wie sich der Master entwickelt hat, bin ich enttäuscht. Ich hätte mir mehr erwartet. Gleichzeitig bin ich mir absolut bewusst, dass mein Vorgehen unfair gegenüber Professoren ist. Ich sehe einfach nur keinen Ausweg mehr. Wenn man die Situation nicht ändern kann, muss man sich eben der Situation anpassen.

Wie ich neue Gewohnheiten lerne

Ein neuer Monat bricht herein, da ist es wieder an der Zeit auf den letzten Monat zurück zu blicken. Der letzte Monat war durchwachsen. Motiviert und hoffnungsvoll startete ich in den Juli. Diese Motivation lies immer mehr nach. Ich lasse mich gerne mitreissen von anderen Menschen, die mich positiv beeinflussen. Oft spreche ich mit Leuten und denke mir, dass ich auch so etwas machen will. Dann bin ich sehr motiviert und kann sehr lange daran zehren. Nun, ich habe keinen Kontakt mehr mit der Person. Keiner hat sich mehr gemeldet, die andere Person wohnt in einer anderen Stadt und hat dort schon ihre sozialen Kontakte. Ich habe mich inspirieren lassen von einer flüchtig kennen gelernten Person, bei der ich dachte der soziale Kontakt hält länger an.
Ich schrieb zwei Vereine, die mich interessierten an um mehr Informationen zu erhalten. Von einem habe ich eine E-Mail zurück bekommen. Der andere Verein, der für mich wichtiger war, schrieb nicht zurück.
So muss ich wieder von vorne anfangen und mir Aktivitäten suchen, die ich gerne machen will.

Deshalb bin ich wieder einigermassen in meine alten Gewohnheiten zurückgefallen. Es ist einfacher, wenn eine andere Person neben einem steht und einen unterstützt. Man hat einen Grund, warum man seine alten Gewohnheiten ablegt und neue erlernt. Die andere Person kann einen dabei helfen und unterstützen. Alleine irgendwelche Gewohnheiten abzulegen und neue zu erlernen ist dagegen schwieriger. Man hat keinen Gegenüber und damit auch kein Feedback.

So habe ich festgestellt, dass ich erstens einen Grund brauche warum ich alte Gewohnheiten ablegen soll, zweitens eine motivierende Person in meinem Umfeld brauche.
Nehmen wir einmal das Beispiel Sprachen lernen. Ich kann noch so viel Motivation haben Vokabeln zu lernen, wenn ich kein Gegenüber habe, mit dem ich sprechen kann, dann bricht alles in sich zusammen. Dann bleibe ich auf den gleichen Level und ich kann mir noch so sehr einreden, dass schon jemand kommt. Die Motivation ist nicht die gleiche. Dann versuche ich Möglichkeiten zu finden um ein Gegenüber zu finden. Das braucht zusätzliche Motivation. Die Suche kann auch in die Hose gehen. Je länger die Suche dauert und je erfolgloser sie sich herausstellt, desto weniger Motivation habt man. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man einfach keine Lust mehr hat.
Motivation kann sich zwar von einem selber aufbauen. Aber wenn man immer mehr und auf immer grössere Widerstände stösst, desto schneller wird aufgegeben. Da bin ich nicht die einzige, das weiss ich.

Es fühlt sich eher so an, als ob man mit dem Kopf durch die Wand will. Einmal ist es eine Betonmauer, ein anderes mal ist es Papier und ein weiteres mal ist es eine Tür. Durch die Tür kann man gehen, das stellt kein Problem dar. Durch Papier ist es einfach durchzubrechen, also auch kein grosses Problem. Eine Betonmauer ist schwieriger und man braucht Kraft um durchzubrechen. Die Wände stehen in unterschiedlicher Entfernung hintereinander.
Wenn zwei Betonmauern hintereinander kommen, hat man für die zweite Wand nicht mehr so grosse Kraft wie bei der ersten. Denn man hat ja die Kraft für die erste Mauer verbraucht.

Deshalb sehe ich die Veränderung von Gewohnheiten eher wie Mauern an. Für den einen ist Rauchen aufhören eine Papierwand, für den anderen eine Betonwand. Die erste Person wird rauchen nicht vermissen, die zweite Person dagegen schon.
Bei mir hilft das Umfeld passiv oder aktiv bei der Bewältigung der Mauern mit. Zwei Personen können eine Betonmauer schneller und einfacher einreissen als eine Person. Andere Menschen geben mir Motivation um etwas zu erledigen und so kann ich stärkere Mauern auch alleine einreissen.

Motivation und Ziele

Mein zweite schriftliche Arbeit für die Universität ist abgeschlossen und abgeschickt. Die erste schriftliche Arbeit war schon so ein durchgehänge. Immer wieder fragte ich mich, warum ich das ganze eigentlich mache. Die Antwort ist einfach: für Noten, damit ich endlich mit dem Master fertig werde. Aber das war es auch schon. Es gibt irgendeine Note zwischen einer 3,5 und einer 5. Bei einer 3,5 muss ich die Arbeit wiederholen und es wird eine 4 oder eine 4,5. Meist bekomme ich kein Feedback. Bei einer Rückmeldung verändere ich die Arbeit so wie der Professor sie haben will. Wenn sie angenommen wird, liegt die Arbeit bei der Universität und verstaubt dort in irgendwelchen Regalen mit anderen schriftlichen Arbeiten. Nie wieder wird man davon sprechen. Niemand wird sie wieder lesen. Das demotiviert mich. Mit Bachelor oder Masterarbeiten ist das anders. Die stehen in der Bibliothek zum lesen.

Mich demotiviert aber das ganze universitäre System.
Mich demotiviert es, wenn ich von Studenten bei Vorträgen keine Antwort auf meine Fragen bekomme.
Mich demotiviert es, wenn ich keine Antwort von Studenten auf E-Mails bekomme. Das ist mir besonders während den Sommerferien aufgefallen. Ignoration als Antwort, dass man keine hat?
Mich demotiviert es, wenn ich wieder an September denke und wieder so weitermache wie bisher.

In diesem Zusammenhang habe ich gemerkt, dass ich Ziele brauche. Ziele, die mir etwas bedeuten und auf die ich stolz sein kann. Darunter ist eben keine Präsentation an der Universität. Das sind nicht wirklich Noten von schriftlichen Arbeiten. Die arbeite ich ab, bekomme eine Note und dann verstaubt das in den Regalen der Universität. Es wird nie wieder vor geholt. Das sind nicht wirklich Noten auf Prüfungen. Im Bachelor hatte ich fünf Prüfungen in zwei Wochen. Gelernt, ausgekotzt, vergessen und Note darauf bekommen. Die Sammlung von Noten von Prüfungen, Präsentationen und schriftlichen Arbeiten ergibt ein Zeugnis. Bachelor, Master.
Aber wo ist die Herausforderung? Wo ist die Antwort auf meine Frage, warum ich das mache? Für einen Master?

Es gibt eine schöne Definition von Zielen: sie sollen SMART sein. Spezifisch, Messbar in der Umsetzung, Ansprechend für die jeweilige Person, realistisch und terminiert sein. Am einfachsten ist es, wenn man sich einen Plan macht und diese viel Punkte untereinander schreibt. Bei jedem Punkt fragt man sich: wie kann ich mein Ziel so präzise ausdrücken?, wie kann ich es messen?, Wie kann ich es für mich personalisieren?, wie realistisch ist es das Ziel einzuhalten? (Skala 1-10), Bis wann kann ich es erfüllen?
Wenn man das Ziel nicht einhalten kann, dann sollte man beim Punkt eins nochmal anfangen. Vielleicht ist es nicht genug ausformuliert oder nicht genug personalisiert.
Das SMART-System ist sehr praktisch. Ich würde das wirklich jedem empfehlen, wenn er Ziele vor sich hat. Hinsetzten und schreiben. Durch schreiben erkennt man viel mehr, als nur zu überlegen. Vielleicht hilft es auch, diese sichtbar in der Wohnung aufzuhängen. Dann hat man seine Ziele immer vor sich und weiss, was man machen muss um diese einzuhalten.

Ehrlich zugeben muss ich, dass ich genau das probiert habe. Ich habe versucht meine Demotivation los zu werden. Deshalb habe ich ein SMART-Plakat gemacht. Gehalten habe ich mich nicht daran. Für mich fehlen eben extrinsische Faktoren, die ich nicht beeinflussen kann. Diese Faktoren sind die Studenten um mich herum. Wenn ich eine Präsentation halte, mich vorbereite und dann keine Antwort auf meine Fragen bekomme, demontiert mich das. Da hilft mir auch kein SMART-System.

Meine Meinung: G20

G20 in Hamburg ist nun wirklich vorbei. Das vergangene Wochenende war ja wirklich voll mit Berichterstattung von G20. Da konnte man sich einfach nicht entziehen. Wie ich schon auf Facebook schrieb, finde ich die Krawallen absolut daneben.

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Aber das ist auch nicht alles, worüber ich mich aufrege.
Ich finde die Reaktion von dem Bürgermeister von Olaf Scholz arrogant.
Ich finde die Reaktion von SPD und CSU absolut daneben, wenn sie jetzt eine europäische Kartei für Extremisten fordern.
Ich finde die Reaktion von bestimmten Medien absolut daneben, wenn sie sich selber über die Berichterstattung kritisieren und immer weiter darüber schreiben.
Ich finde Talksendungen wie Anne Will über die Ereignisse in Hamburg daneben, in denen immer die gleichen Nasen sitzen. Da wird Olaf Scholz eine Plattform gegeben, in der er sich aus der Verantwortung herausstottern kann. Es wird eine populistische Meinung vertreten, die einfach mal generelle Vorurteile schürt.
Ich finde es von der Hamburger Polizei absolut nicht demokratiefördernd, wenn eine zuvor angemeldete Demonstration auseinandergetrieben wird. Genauso finde ich es nicht demokratiefördernd, wenn ein genehmigter Platz für Zelte von der Polizei mit Gewalt aufgelöst wird.
Ich finde die polizeiliche Gewalt und im Gegenzug Gewalt von Autonomen nicht förderlich. Da baut sich eine Gewaltspirale auf, die nicht mehr durchbrochen werden kann. Jeder hat Vorurteile gegenüber dem anderen und äussert es nur noch mit Gewalt.

In Hamburg ist so viel schief gelaufen. Ich bin kein Experte, aber ich habe einfach das Gefühl, dass zuerst die Delegationen aus dem Ausland geschützt werden sollten und die Stadt war den Sicherheitsplanern absolut egal. Wie kann es sonst sein, dass Kritik schon im Vorfeld geäussert wurde?

Jetzt geht es darum die Schuldigen zu finden. Aber Olaf Scholz wird nicht zurücktreten, die Sicherheitsorgane der Stadt werden ihre Teilschuld auch nicht eingestehen. Das ganze wird so lange hin und her gehen, wie es in Duisburg der Fall war. Verantwortung wird hin und her geschoben. Niemand will wirklich Verantwortung übernehmen, denn jeder hat eine Teilschuld. Wenn wirklich jeder Beteiligte Verantwortung übernehmen würde, dann würden sehr viele Menschen entlassen werden müssen.

Zuerst ist es ganz unvernünftig, dass der G20 Gipfel in einer Stadt ausgerichtet wird. Das schwerwiegendste Problem halte ich für das Wissen der Gefährlichkeit bezüglich eines Viertels in Hamburg. Die Schanze ist bekannt dafür, dass am 1. Mai Autos brennen. Diese Ereignisse vergangenes Wochenende konnten demnach vorhergesehen werden. Wenn ich genau weiss, dass ich nicht zu schnell fahren darf und mich um einen Strafzettel wundere, bin ich irgendwie selbst schuld. Genau so ist es eben in Hamburg.

Mich regt es auch auf, wenn die Gewerkschaft der Kriminalbeamten twittert, dass in der Berichterstattung der Tagesschau nichts von verletzten Polizisten zu hören ist. Das stimmte nicht. Aber es gibt die unzufriedenen, Lügenpresse-Schreienden, die direkt auf den Tweet aufgesprungen sind. Die haben bestimmt nicht die Tagesschau gesehen. Die kennen nur den Tweet und nehmen den für ernst, denn sie haben bereits Vorurteile. So ein Tweet schürt nicht gerade Verständnis für die Medien im allgemeinen.  So baut man keine Vorurteile ab, sondern verfestigt sie.

AfD und die ganze Rechte Gruppe werfen nun Linke, Demonstrierer, Aktivisten und Randalierer in einen Topf. Das wird auch nicht besonders schön für die Wahl im September. Dadurch konnten sie so etwas mehr Stimmen von den unzufriedenen, Lügenpresse-Schreienden holen.

SPD und CSU sind aber auch nicht besser. Sie fordern jetzt ein grösseres Durchgreifen bei der Polizei, wahrscheinlich auch noch höhere Voraussetzungen für andere Demonstrationen, mehr Überwachung. Das alles wird nichts nützen. Wenn ich potenzielle Kriminelle vorher kenne und ich lasse sie gewähren bei einem Mord, muss ich den Mord aufklären. Da kenne ich die Kriminellen, aber ich habe nichts unternommen um den Mord zu verhindern. Dabei gibt es auch hier im Gesetz bestimmte präventive Massnahmen. Das wurde versäumt. Was soll da eine noch grössere Überwachung verhindern, wenn ich dann nichts mit den Infos mache?

Es ist einfach traurig, dass so etwas passiert ist. Aber man ist sehenden Auges in diese Situation geraten.

Individualismus

Einige meiner Freunde und Bekannten sind relativ individualistisch. Sie gehen alleine essen, ins Kino, wandern oder spazieren. Ein paar mal waren sie auch alleine im Ausgang.
Ich finde das sehr bemerkenswert, denn einige Aktivitäten sind für mich gesellschaftliche Aktivitäten. Unter anderem eben ins Kino gehen. Nach dem Film möchte ich mich immer noch gerne über den Film unterhalten.
Und da habe ich gemerkt, dass ich einfach nicht so gerne alleine bin. Ich bin gerne in Gesellschaft. Bestimmte Aktivitäten mag ich nicht so gerne alleine machen. So könnte ich zum Beispiel nicht alleine in den Ausgang. Das habe ich einmal in München gemacht und es war keine so tolle Erfahrung.
Gleichzeitig ist es aber für mich sehr anstrengend immer wieder eine Person zu suchen, die irgendwohin mitkommt.

Apps and more für mehr Gemeinschaft

Dazu habe ich immer wieder etwas neues probiert. Es gab ein Jahr, in dem ich in Hochspannung immer wieder neue Leute kennen lernen wollte. An der Universität funktionierte das nicht so recht, also musste ich mir etwas anders überlegen. Im Internet findet man viele dieser sozialen Netzwerke und so kam ich auf Spontacts. Hier kann man selber Aktivitäten erstellen und bei anderen mitmachen. Klingt doch gut, dachte ich mir. Und probierte einige Aktivitäten aus. Vielleicht bin ich komplett anders als andere Menschen, aber dort habe ich einige Menschen kennengelernt. Einige waren nett, andere konnten kein Smalltalk, andere haben überhaupt nichts gesagt. Letztendlich macht eine Aktivität bei Spontacts nur Spass, wenn man irgendwie einen Draht zu den anderen Leuten hat.

Aktivitäten alleine

Da ist es besser irgendwas alleine zu machen. Ich weiss, dass es für mich eine grosse Überwindung sein wird. Ich weiss einfach nicht, warum ich so grossen Respekt davor habe etwas alleine zu unternehmen, denn unsere Gesellschaft wird immer individualistischer. Ich habe viel im Internet gelesen bezüglich alleine etwas unternehmen, alleine vereisen, alleine das Wochenende verbringen etc. Es ist komisch, denn im Gegenzug gibt es genauso viele Menschen, die Gemeinschaft suchen. Sonst würden die ganzen Dating-Plattformen, Tinder und sozialen Netzwerke nicht so erfolgreich sein. Für mich passt das nicht mehr so recht zusammen. Auf der einen Seite sind Menschen nicht mehr sozial trainiert, fühlen sich alleine wohl, aber suchen den einen perfekten Menschen an der Seite. Warum sucht man sich nicht eine Gruppe von Freunden um dadurch den Partner zu finden? Warum muss es der perfekte Partner mit der perfekten Figur und viel Geld sein? Warum kann man nicht geniessen bis die Beziehung vorbei ist?

Mein Resultat

Was ist mein Resultat? Wie will ich etwas ändern? Wahrscheinlich muss ich lernen Aktivitäten alleine zu machen. Damit erhöhe ich meinen Selbstwert und kann auf andere Personen anders zugehen.
Wie ich das mache? Das weiss ich gerade nicht.

 

Nachbarn

Gestern Abend hat mein Freund das erste mal unsere Nachbarn kennengelernt. Das war allerdings nicht so besonders erfreulich, denn er ging sich beschweren. Auf dem Balkon war die Musik zu laut.
Deshalb überlegte ich mir, warum wir sie nicht kennen. Wir hatten nämlich ein Nachbarschaftsfest vor einiger Zeit.

Das Nachbarschaftsfest war relativ interessant und ich lernte erst einmal einige Bewohner des Gebäudes kennen.
Während vielen Gesprächen stellte ich fest, dass man Komplexe besitzt. Das Haus hat sieben Stöcke und je weiter oben die Wohnung ist, desto teurer ist sie. Da ist ganz normal. Je mehr Zimmer die Wohnung besitzt, desto teurer ist sie. Auch das ist normal. Während einigen Gesprächen stellte sich aber langsam heraus, dass man zwar gerne Kontakt zu anderen Leuten haben möchte, aber man möchte auch keine Minderwertigkeitskomplexe bezüglich des bewohnten Stockwerkes haben. Jeder kennt die Zimmeraufteilung und deshalb weiss jeder im Haus wie viel Miete der jeweils andere bezahlt. Denn jeder Bewohner hat die Wohnungspläne von dem ganzen Block bekommen.

So sprach ich unter anderem mit einem Pärchen aus Deutschland, die sehr nett waren. Zuerst war das Gespräch sehr freundlich. Dann kam das Gespräch auf die Arbeitssituation und es stellte sich heraus, dass der Mann aus Deutschland in der Schweiz Arbeit sucht. Ist auch ganz normal, denn die Freundin von ihm fand hier eine Stelle. Daraufhin hat er sich ersteinmal indirekt entschuldigt und die Situation versucht zu erklären. Bei solchen Gesprächen habe ich keine Lust meine kompletten Lebenslauf auszubreiten und zu erklären, warum ich immer noch studiere, warum mein Freund arbeitet und ich nicht. (Ausbildung gemacht, Abitur nachgeholt, gearbeitet, studiert, Pause gemacht, weiter studiert) Gleich darauf ging es um das bewohnte Stockwerk.

Mir ist doch egal in welchem Stockwerk jemand wohnt, welche Arbeit er hat oder keine, ob er studiert ist oder nicht, solange er oder sie nett und umgänglich ist. Womöglich resultiert sogar eine Bekanntschaft.
Nun, was kam nach dem Nachbarschaftsfest? Relativ wenig. Ich habe mich noch auf der dazu eingerichteten Internetseite bedankt und sah keinen mehr wieder. Jetzt habe ich mir natürlich auch nicht die jeweiligen Namen gemerkt und kann auch gar niemand mehr zuordnen. 

Das Fest war interessant, jedoch relativ unnütz und unbrauchbar. In meiner Vorstellung läuft das so ab: von 50 Leuten, die man dort kennen lernt, findet man 10 nett, mit 5 davon kann man sich potentiell vorstellen etwas zu unternehmen.  Aber das war wohl nicht so. Aber dazu bin ich wohl naiv.
Denn ich muss offen sagen, dass ich bisher in meinen vorherigen Wohnungen keine Nachbarn kennen gelernt habe. Bei dieser sollte es anders werden. Ich finde es eben etwas unangenehm, wenn das Kennenlernen durch eine Beschwerde zustande gekommen ist. Zudem finde ich es komisch nur Kontakt zu haben mit Nachbarn, wenn ich mich über zu laute Musik beschwere.

 

Der typische Schweizer: Vorurteile

Nach meinem nicht besonders erfolgreichen Kontaktversuchen an der Universität überlegte ich mir, wie sich ein typischer Schweizer verhält. Das kuriose daran ist, dass es nicht DEN Schweizer gibt. Deutschschweizer aus Zürich sind anders als Deutschschweizer aus Basel. Basel ist Dreilandeck und dadurch etwas offener als Zürcher. Dazu kommt, dass Schweizer aus der Romandie – der Westschweiz, dem französischen Part – anders sind als Tessiner. Die Westschweizer sind tendenziell eher nach Frankreich – dem Land nicht Paris – gerichtet. Die Tessiner müssen gezwungener Massen irgendwelche anderen Sprachen lernen und daher schon offener auf andere Menschen. Denn im Tessin existiert keine grosse Industrie.
Die Schweiz ist also eher drei geteilt: Romandie, Deutschschweiz, Tessin.

Sprache im Land

Jeder von denen hat kulturelle Teile des jeweils anderen gleichen Sprachlandes. Das heisst die Romandie besitzt Anteile an der französischen Kultur, will sich aber gleichzeitig von ihr abgrenzen. Interessant ist, dass sie zwar langsamer reines französisch reden, dennoch mit lokalen Spezifikationen. So sind die Zahlen komplett anders. Und jede Gemeinde! Kanton hat spezielle Wörter.
Die Deutschschweizer haben sowieso eine andere Sprache.
Oft bleibt und arbeitet ein Deutschschweizer lieber in seiner Sprachregion und der Westschweizer in seiner. Französisch bzw. Deutsch wird zwar in der Schule unterrichtet, doch ohne Austausch kann man nach einigen Jahren nicht mehr mit einer Person aus dem anderen Sprachkreis reden. Durchmischungen, zum Beispiel von Zürich oder Luzern nach Genf, finden relativ wenig statt. Im Gegenzug haben Westschweizer Probleme damit deutsch zu sprechen, denn Deutschschweizer sprechen Umgangssprache. Diese wird nicht in der Schule gelernt. Man verseht sich praktisch nicht. Zudem haben Westschweizer das Problem ihres französischen Akzentes im Deutschen.
Zur weiteren Vereinfachung hat man ja auch noch zweisprachige Kantone und Städte. Die meisten offenen Bewohner dieser Städte sind mehr oder weniger zweisprachig. Das allerdings erwartet man auch von den neu zugezogenen in diese Stadt.
Wenn man sich auskennt, weiss man langsam welche Muttersprache in welchem Kanton gesprochen wird.
Ein Unterschied besteht demnach vor allem in den Deutschschweizern und den Westschweizern.

Der Deutschschweizer

Er ist zurückhaltend, abwartend, neutral in seinem Urteil und zu jedem nett.
Dazu kommt, dass er bei Gruppengesprächen erst einmal eine Vorlaufzeit braucht. Das heisst, man sollte erst einmal ein paar Minuten abwarten und dann seine Meinung unter Einbezug von anderen Meinungen kuntgeben. Oft wird die eigene Meinung gesagt, andere Meinungen werden dazu einbezogen und auf diese wird eingegangen. Im allgemeinen wird sehr viel diskutiert. Alle Meinungen wollen schliesslich irgendwie unter einen Hut gebracht werden.

Freundschaft

Schweizer sind zwar zum einen sehr nett, aber reserviert im Umgang von neuen Menschen. Es braucht sehr lange sich mit ihnen zu befreunden. Das liegt zum einen daran, dass Schweizer sehr lokal wohnen. Ein Umzug von Bern nach Düdingen (15 Minuten mit dem Regionalzug S-Bahn) kostet eine Überwindung, denn die Freunde und Familie bleiben ja in Bern. Da kommt man ja nicht so schnell hin. Die bereits bekannten Freunde kennt man schon aus der Schule. Man kennt sich praktisch schon sehr lange. Ein Schweizer hat weniger Freunde, aber dafür kann man sich auf die verlassen und es sind tiefere.
Wenn man nun mit neuen Leuten zu tun hat, dann ist man erst einmal nett. Nett und freundlich. Vielleicht noch hilfsbereit – zu den richtigen.
In der Nachbarschaft wird eher darauf gewartet, bis der neu zugezogene sich vorstellt. Es ist relativ unwahrscheinlich, dass ein Schweizer sich beim Neuen vorstellt. Man wartet da lieber ab.
Die Frage ist nun, wie befreundet man sich? Lange Ausdauer, warten, nett sein und höflich. Man geht zum Mittagessen, irgendwann zum Kaffee, dann abends in eine Bar und nach einigen Monaten kann man die andere Person auch zu sich nach Hause einladen. Schnell geschieht das auf alle Fälle nicht.

Der Westschweizer

Mittlerweile hatte ich auch mit einigen Westschweizern Kontakt. Allerdings kann ich hierzu relativ wenig sagen, denn meine Kontakte sind zu gering um den typischen Westschweizer zu beschreiben.
Eines ist aber offensichtlich: er ist anders als der Deutschschweizer.
Er ist eher ein Gemisch von der Nettigkeit der Deutschschweizer und der Offenheit eines Franzosen. In der Westschweiz laufen die Uren auch etwas anders. Ein Zuspätkommen ist nicht ganz so schlimm, das nimmt man nicht so genau. Selber kann man ja auch mal zu spät kommen.
Die Arbeitsweise ist demnach auch etwas legerer.
Wenn man französisch spricht, dann ist es einfacher einen Westschweizer anzusprechen. Smalltalk im Geschäft ist auch keine Seltenheit. Nichtbeachten an der Kasse allerdings auch. So spricht die Kassiererin an der Kasse lieber mal mit ihrer Kollegin und beachtet den Kunden nicht. Unfreundlichkeit und Verbesserungen bei der Aussprache ist allerdings auch nicht so selten. Das muss man allerdings nicht so persönlich nehmen, denn irgendwann ist man auch wieder freundlich.
Über persönliche Dinge spricht man eher offener und schneller.

 

Man sieht also Deutschschweizer und Westschweizer haben vieles gemein und sind doch sehr unterschiedlich. Jetzt kommt es auch noch darauf an, in welchem Kanton man wohnt. Also den typsischen Schweizer gibt es nicht.

Umwelt, Medien, Gesellschaft und dabei sich selbst zu finden

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Willkommen auf dem Bikini Atoll, meinem Testgebiet für Schreibübungen, Buchstabentänze und Wortgemälde. Warum das Ganze? Damit ich nicht nur für mich selber schreibe, sondern vielleicht auch jemandem eine kleine Freude mache. (unkorrigierte Basisfassungen, ich habe leider keinen Lektor)

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