Essen im Restaurant in Deutschland

Vor einiger Zeit war ich wieder in Deutschland. Genauer gesagt in Freiburg im Breisgau. Dort haben wir – mein Freund und ich –  uns mit dem Bruder von meinem Freund in einem Restaurant getroffen.
Dabei sind mir einige Dinge aufgefallen. Der Umgang mit dem Essen ist mir negativ aufgefallen.
Es fing zuerst damit an, dass das Essen so normal geschmeckt hat. Es war weder ganz schlecht noch ganz super. Es war ganz in Ordnung. Aber es war einfach zu viel. Wirklich viel zu viel. Das ist mir allerdings auch nicht nur dort in diesem Restaurant aufgefallen, sonder ist wohl eine allgemeine Feststellung.
Auch in München oder Zittau waren die Portionen wirklich viel. Man rollt praktisch aus dem Restaurant, weil man so voll gefressen ist. Überall kann man zwar gut essen, aber irgendwie sind mir die Portionen zu gross.

Dazu kommt, dass irgendwie kein Umdenken stattfindet. Eher werden die Portionen noch grösser.
Doch irgendwie ist das Verschwendung. Verschwendung an Ressourcen, an Nahrungsmitteln. Es ist zudem auch wirtschaftlich nicht sinnvoll. Wären die Portionen kleiner, wären die Preise günstiger. Wären die Portionen günstiger, würde der Kunde möglicherweise ein Dessert bestellen. Das würde dazu führen, dass man eine weitere Sache verkaufen könnte. Nehmen wir Kaffee. In der Herstellung ist er ja günstig und wird demgegenüber teuer verkauft. So hätte man eine grössere Gewinnspanne, wenn man diesen zusätzlich verkaufen könnte.
Wenn die Portionen kleiner werden würden, müsste zudem nicht so viel weggeworfen werden. Dadurch reduzieren sich die Kosten für die Herstellung (weniger Aufwand für Hitze, weniger Zeit für Herstellung etc), die Kosten für den Abfall und die Kosten für den Einkauf. Und natürlich es ist umweltfreundlicher.
Ich bin auch davon überzeugt, dass im Endeffekt bei kleineren Portionen das Restaurant mehr einnimmt. Der Kunde nimmt noch ein Dessert (mehr Einnahmen bei geringeren Aufwand). Er würde genau gleich oder weniger bezahlen wie heute. Aber die Leute würden möglicherweise mehr ausgehen und damit regelmässiger ins Restaurant gehen. Für günstigere Preise überlegt man es sich halt schon mal wieder ins Restaurant zu gehen. Vielleicht kann man sogar die Qualität anheben. Man kann sich bessere Lebensmittel leisten und damit besseren Geschmack. Auch dadurch würden mehr Leute ins Restaurant kommen. So hätte man eine Win-win Situation.

Ich habe irgendwie auch das Gefühl, dass die Portionen in der Schweiz kleiner sind. Ich kann das nicht genau beziffern, aber man ist satt nach dem Essen und nicht überfüllt. Das stört mich irgendwie. Denn ich gebe ungern irgendwas zurück. Aber in Deutschland passiert mir dies irgendwie ab und an. Zwar selten, aber es kommt vor.

Warum wird es dann nicht gemacht? Ich verstehe das nicht? Ist das euch auch schon mal aufgefallen? So macht mir irgendwie das Essengehen keinen Spass mehr.

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Flüchtlinge Flüchtlinge überall in den Medien und das Overton Window

Im Moment weiss ich gar nicht wo ich anfangen soll. Ich bin fassungslos, ich bin wütend und einfach unglaublich traurig, was in der deutschen Politik gerade los ist. Der Streit zwischen Seehofer und Merkel, der eigentlich eher eine Machtfrage zwischen CSU und CDU war. Trennen können sie sich nicht, weil beide verlieren würden, aber zusammen geht es eben auch nicht. Seehofer ist so egomanisch und auf sich selbst bezogen, dass er nur noch an seine Machtposition festhält. Dazu kommt, dass auch noch in Bayern im September gewählt wird.
Die CSU will die AFD von rechts überholen nach dem alten Wahlspruch „neben mir soll es niemand geben, der rechter ist als ich“. Daraufhin haben wir die ganze Zeit über Flüchtlinge gesprochen.
Was genau ist mit der nichtfunkionierenden Mietpreisbremse?
Was ist mit der Altersarmut?
Was ist mit dem Mindestlohn?
Was ist mit der Krankenversorgung?
Was ist mit dem Breitbandausbau?
Was ist mit der Bildung? Was ist mit deren Investitionen?
Was ist mit der Erneuerung von Schulgebäuden, Strassen, Brücken, Infrastruktur?

Die Liste liesse sich noch weiter fortsetzten. Ueber all das wird nicht gesprochen, es wird nichts getan in dieser Richtung? Das frustriert mich. Das ärgert mich.

Zusätzlich ärgert mich solche Artikel wie letztens in der Zeit: Oder soll man es lassen? Natürlich soll man es nicht lassen. Das ist wie die Feuerweh, die bei einem brennenden Haus sagt „Ach nee, lass mal. Ist zu viel Arbeit.“ Seenotrettung ist wichtig, rettet Menschen. Die Frage ist unmenschlich und einfach nur Oel ins absolut heisse Feuer.

Aber genau da habe ich etwas interessantes gefunden.
Das Overton Window. Es ist zwar nicht besonders erfreulich, aber erklärt genau wo wir uns gerade mit der Berichterstattung befinden.

 

Diese Erklärung habe ich bei http://www.indiskretionehrensache.de gefunden. In diesem Blog geht es um den Medienalltag und versucht die Berichterstattung etwas zu erklären. Sehr informativ und absolut zu empfehlen.

Kommentare kommentieren

Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich dazu einen Beitrag machen soll. Immer wieder kam der Gedanke, wenn ich darüber schreibe gebe ich dem Kommentator noch mehr Platz und er fühlt sich noch bestätigt. Aber auf der anderen Seite, wenn ich mich nicht dazu erkläre, fühlt er sich auch noch bestätigt. Ein Dilemma.

Es geht um den Beitrag, in dem ich von meinen Berufswünschen erzählt hatte. Darin erklärte ich, dass ich eigenlich einen anderen Beruf machen wollten und meine Eltern erfolgreich dagegen vorgegangen sind. Daraufhin bekam ich diesen Kommentar:

Da hast Du aber das Glück gehabt dass die Eltern klüger waren als du:
Vermutlich hattest du eine eher romantische Vorstallung davon nur an der Reception zu stehen und Gästen Schlüssel zu gbeen, also so, wie du es bei einem Urlaub erlebt hast.

Schon im ersten Satz kommt bei mir Unverständnis auf. Ich bin der Meinung, dass man niemand etwas einreden soll. Das ist besonders bei Berufswünschen der Fall. Keine Eltern sollen den Kindern zu etwas zwingen, was sie nicht machen wollen. Das führt ins negative und hat langwierige Folgen. Bei mir war das so und daher kann ich aus Erfahrung sprechen.

Hotelkauffrau ist einer des schlechtesten Berufe die es gibt: Schichtarbeit mit ständig wechselnden Arbeitszeiten, Sonn- und Feiertagsarbeit, geringer Lohn usw.
Freundschaften oder Beziehungen lassen sich nur sehr schwer aufbauen und noch schwerer halten.
Ausserdem sehr grosser Stress, es wird permanente Freundlichkeit erwartet, Kundenwünsche haben Priorität vor eigenen Meinungen.

Ich kenne die negativen Arbeitsbedingungen zu genüge. Ehrlich, kann ich es nicht mehr hören. Nicht jeder Gast beschwert sich dauernd. Es gibt durchaus auch nette. Die Arbeit ist sehr vielseitig. Aber auf das wollte ich nicht hinaus. Denn das ist der Punkt, den ich oben bereits angesprochen hatte. Dieses permanente Negativmachen des Berufswunsches des Kindes. Kinder sollen selber entscheiden wo sie arbeiten wollen. Die einen wollen doch wahrlich Kindergärtner oder Arzthelfer werden. Da sind die Arbeitsbedingungen noch schlechter. Aber die nehmen das hin, weil sie irgendwas im Beruf sehen.

Das alles hättest du sicher bei deiner ohnehin labilen veranlagung, der negativen einstellung anderen gegenüber, der ständigen unzufredenheit und der sturen besserwisserei (ja, das hast du alles wenn man die Beitrage so liest) nicht erfüllen und aushalten können. Und irgendeinem hättest dudann die schuld zugeschoben, so wie du es durchgängig auch in den anderen Beiträgen machst: ich bin immer die Benachteiligte, alle sind schuld und so gemein.

Jetzt kann ich auch die anderen Artikel hier in einem völlig neuen Kontex einordnen und es ergibt sich ein völlig anderes Bild von dir als das, wie du dich selbst darstellst. Du lügst dir selber was vor.

An diesem Teil des Kommentars habe ich gezweifelt. Egal wie man es dreht und wendet, dieser Blog sind meine Gedanken, meine Erlebnisse und meine Beiträge. Ich sehe keine Labilität bei mir. Wenn jemand mit diesen nicht zufrieden ist, oder die nicht interessant genug sind, braucht er die Beiträge nicht lesen.
Aber ich brauche mich auch nicht von irgendjemanden als labil bezeichnen zu lassen.
Ich habe dann versucht zu argumentieren und die Argumente zu relativieren. Doch genau das war vielleicht das Schlechte.

Die antwort auf meinen Kommentar besätigt das, was ich geschrieben habe. Dein Verhalten verteidigst du sogar noch.
Und gleichzeitig erkenne ich jetzt weitere Eigenschaft, welche ich jetzt beim nochmaligen lesen der übrigen „Mecker,Mecker“-Beiträge auch noch festgestellt habe: Engstirnigkeit und fehlendes Unrechtsbewusstsein.
Du siehst absolut keine Fehler bei dir selber ein, sondern schiebst alle Schuld auf die anderen.
Mit deiner Grundeinstellung wirst du keine arbeitsstelle finden, da du nur Vorteile beanspruchst, aber nicht bereit bist, die nachteile zu akzeptieren oder dich daran anzupassen. Du verwechselst Individualität mit absolutem Egoismus.
Und spätestens nach einer Woche schmeisst dich die Firma raus wenn du dort nur rummeckerst und dich nicht anpassen willst. Es wir dir genauso wie in den Studentenvereinigungen und im im Kreis zwischenmenschlicher Kontakte (Nachbarn, Mitstudenten, Professoren) gehen.
Wenn du dann an der Kasse im Supermarkt stehst, kannst du ja sagen „Geld habe ich keines, aber bin ser individuell und bestehe auf meiner Meinung“. Rate mal, was die Kassiererin dann sagt?

Den Link auf diesen Blog habe ich jetzt im Kreis meiner Arbeitskollegen und im Freundeskreis weitergegeben, denn die glauben sonst nicht, dass es solch pubertäres Geschreibsel in öffentlich zugänglicher Form überhaupt gibt.
Ja, pubertär. Du steckst offensichtlich in dieser Phase immer noch fest, erkennst es nicht oder bist nicht bereit, es zu ändern (bist ja individuell).

Das hat mich doch verletzt.

In Zukunft lasse ich zwar die Kommentare, die auch gegen meine Einstellung gehen, zu. Ich versuche dennoch mit allen zu argumentieren. Doch wenn jemand beleidigend wird, meine Beiträge nicht gut findet (man siehe Mecker-Mecker-Beiträge), dann werde ich diese Kommentare löschen. Ich lasse mich nicht beleidigen und das gilt auch für das Internet. Im Internet kommen ironische Kommentare selten rüber und werden für wahr gehalten.
Für mich ist dies ein Kommentar, den ich in Zukunft nicht mehr zulasse.

Warum schreibe ich das? Es soll nur eine Klarstellung sein.

Noten

Nun ist wieder Ende des Semesters und die Notenbekanntgabe stehen an. Als ich mit dem Master angefangen habe nahm ich mir vor so gut wie möglich zu sein. Jetzt am Ende habe ich gemerkt, dass Noten so vom Professor abhängen. Ich kann nicht viel dafür tun.
Mittlerweile sind meine Noten so abgesunken, warum weiss ich auch nicht. Es ist nicht so, dass ich weniger mache, sondern mehr. Es ist nicht so, dass ich mich weniger beteilige, sondern genau gleich. Es ist nicht so, dass ich schlechtere Begründungen habe, sondern eher bessere. (man lernt ja im Laufe dazu)

Nehmen wir dieses Beispiel einer Vorlesung, denn da habe ich ein Feedback bekommen. Ich mag Feedback, denn man kann sich verändern.
So heisst es:“ Ist immer wieder aufgefallen durch eigene Positionen und Interpretationen der Texte.“ und weiter :“Argumentation, war jedoch oft zu ungenau und hat sich sehr weit vom Text entfernt.“
Also was im ersten Teil so positiv klingt – wow sie hat eine eigene Meinung und interpretiert sogar – ist eigentlich für diesen Professor negativ. Denn wir arbeiten schliesslich mit irgendwelchen Texten. Und da soll man doch schliesslich mit den Texten arbeiten.

Nun hatten wir auch reading responses zu schreiben. Ich veröffentliche hier zwei. Der erste ist der schlechteste, der zweite der bessere. Der erste entfernt sich zu stark vom Text. Woraufhin ich im zweiteren stark am Text blieb.

Hier nun der erste: 1 reading resonse

Hier nun der zweite: 3 reading resonse

Abschliessend zu sagen: nicht die Kritik an der ungenauen Argumentation macht mir was aus, sondern die der eigenen Position und der eigenen Interpretation. Bisher war ich immer stolz darauf, meine eigene Meinung vertreten diese auch begründen zu können. Das ist keine Kritik, sondern ich fühle mich in einer Charaktereigenschaft kritisiert.
Ich war auch immer der Meinung, dass man diese in Seminaren vertreten kann. (Im Bachelor war das nie irgendwie hinderlich – sondern da wurde man erzogen diese zu sagen und zu begrünen, worauf ich auch oft genug gute Noten erhielt) Jetzt merke ich, dass die gar nicht gewünscht ist.
So habe ich im ganzen Seminar eine 4,5 bekommen. Ich bin nicht zufrieden mit der 4.5. Ueberhaupt nicht.

Integration in einem anderen Land

Integration hat für mich sehr viel mit der Sprache zu tun. Sich verständigen zu können ist das wichtigste, wenn man wo anders hinkommt. So kann man mit anderen Menschen kommunizieren.
Wie man weiss wohne ich in der französisch sprechenden Schweiz. Ich habe hier meine Universitäts-Ausbildung gemacht. Mal mit mehr, mal mit weniger Schwierigkeiten.
Doch besonders bei der Sprache hatte ich grössere Probleme. Nicht, dass ich nicht willig gewesen war. Doch seitens der Universität wurden mir immer wieder Steine in den Weg gelegt. Würde ich nochmal hier studieren? Würde ich sie nochmal empfehlen? Unter Vorbehalt. Vorlesungen waren okey. Doch mein Studium würde ich nur für Studenten empfehlen, die wirklich gut französisch sprechen. Sonst würde ich es nicht empfehlen.
Denn Hilfe beim Erlernen bekommt man nicht. Es existiert zwar eine Sprachschule an der Universität. Doch hilfreich sind sie nicht. Ausserdem wird man nicht für die Universität vorbereitet. Man wird in einem starren Sprachrahmen vorbereitet und alles andere wird weggelassen. Mit einer einzigen Ausnahme: Jus. Für Jus-Studenten existiert in der Sprachschule einige Ausnahmen. So können Deutschsprechende extra Kurse für Jus auf Französisch belegen. Alle anderen haben diesen Vorteil nicht.

Was hatte ich Probleme französisch zu lernen hier. Ich bin nicht nur einmal aus dem Raster gefallen, sondern gleich mehrmals.
Ich stand irgendwann zwischen zwei Stufen. Man muss zur Einordnung einen Online-Test machen. Dieser fiel bei mir auf die niedrigere Stufe. So schrieb ich der Sprachschule, ob ich trotzdem in die höhere Stufe wechseln könne. Denn ich hatte diesen Kurs bereits besucht. Die Antwort war: Nein. Dann ist das nicht Ihre Stufe.
Was soll man da machen? Normals einen Kurs besuchen und nochmals etwas lernen, was man bereits kennt?

Naja, ich werde französisch in der Deutschschweiz vertiefen. Irgendwie witzig, oder? Da denkt man, dass man leichter lernt, wenn man mit der Sprache umgeben ist. Falsch. Ich lerne einfacher, wenn ich mit Leuten zusammen bin, die auch die Sprache lernen. Und dies ist in der Deutschschweiz der Fall. Hier wird man komisch angeschaut, verbessert auf eine unfreundliche Art, wenn man die Sprache nicht komplett richtig kann. Ausprachefehler verzeihen Franzosen wenig. Sie korrigieren dich. Manchmal nett, oft unfreundlich. Offen ist das Klima hier auch weniger für Leute, die langsamer sprechen und sich nicht so gewählt ausdrücken können.

Wie ist das unter Studenten? Studenten sieht man nur so lange der Kurs stattfindet. Die Mitbewohner sind das wichtige. Richtige Freundschaft hatte ich nur während dem Studium. Nach dem Studium sieht man sich nicht mehr wieder. Auch das musste ich lernen. Denn ich dachte, dass man sich zumindest wiedersehen kann. Man durchlebt nur das Studium zusammen, wie Arbeitskollegen. Wenn man die Arbeitsstelle wechselt hat man auch nichts mehr mit den ehemaligen Kollegen zu tun. So ist das mit Studenten. Wenn man sein Studium wechselt oder aufhört, dann verringert sich der Kontakt.

Das führte dazu, dass ich mich auf französissch sprechende Leute fokussierte. Nun, das hat nicht so wirklich funktioniert. Ich bin gegen die Mauer gerannt.
Aber wir ziehen bald in eine andere Stadt und ich bin mit dem Studium fertig.
Ich werde verdammt froh sein das hinter mir zu haben: Studium und Studenten. Verdammt froh.

 

DSGVO

Seit dem 25. Mai 2018 ist nun die DSGVO in der EU in Kraft. Die Datenschutzgrundverordnung, vor der so viele Blogger und Unternehmen und Vereine Angst haben.
In Deutschland waren die Medien voll mit Angstmacherei. In der Schweiz habe ich davon relativ wenig mitbekommen. Ich musste das von den Blogs, die ich lese, mitnehmen. Dann habe ich mich auch mal etwas damit auseinander gesetzt.

Um was geht es in der DSGVO?

Es bietet einen Datenschutz für Verbraucher an und diese können sich sozusagen ihre Daten zurückholen. Der grosse Knick ist allerdings, dass der Datenschutz schon davor in Kraft getreten war. Es hat sich nur keiner daran gehalten. Weder Twitter, Facebook noch Google und andere Unternehmen. Nun existiert ein europaweites Gesetz.
Dieses Gesetz spielt auf die Speicherung und Verarbeitung von personenbezogenen Daten ab. Darunter gehören unter anderem Namen, Adressen, E-Mail, Kreditkarte, gespeicherte Einkaufslisten auf Amazon und anderen Shops und alle andere Daten, die man speichert oder verarbeitet. Der Seitenbetreiber muss eine Rechtsgrundlage schaffen, in der offen für Beteiligte zu erkennen ist, was sie mit den Daten machen. Das heisst, sie müssen offen legen, wie lange sie die Daten speichern, welche Daten sie speichern und ob sie diese an Dritte weitergeben. Twitter zum Beispiel hat eine geänderte Nutzungsbedingung herausgegeben, in der man anklicken konnte, ob man seine Daten an Dritte weitergeben mag oder nicht. Auch konnte man hochgeladene Kontakte löschen.
Ganz besonders viele Blogger haben jetzt Angst, dass die abgemahnt werden. Das halte ich für übertrieben. Blogger können gar nicht so viel speichern und verarbeiten, wie notwendig wäre um wichtige Informationen zu bekommen.

Was bedeutet das für Blogger?

Gar nichts. WordPress speichert zum Beispiel E-Mail, Blogname und Name. Wenn jemand auf WordPress einen Blog besitzt hat er schon deshalb sein Einverständnis gegeben, dass Daten gespeichert werden. Ein Blogger, der eine einfache WordPress-Seite hat, speichert ja nichts weiteres als die Weiterverbindungen zu seiner WordPress-Seite.

Was heisst das für meine Leser?

Also kommen wir nun zum Wichtigen: ihr braucht keine Angst haben. Bei mir sind eure Daten in guter Hand. Ich weiss wo ich hinklicken muss um eure E-Mail-Adressen zu kennen. Oft sind da aber auch die WordPress-Seiten angegeben. Das ist halt blöd, weil ich euch ja folge via WordPress. Ich stalke sozusagen.
Ich mache nichts mit den Daten, dafür bin ich viel zu faul. Niemand wird hier auch irgendwelche Daten kaufen wollen, dafür bin ich viel zu unwichtig.
Ich werte keine WordPress-Seiten aus, dafür stalke ich euch nur in dem ich euch lese.

Was bedeutet das für mich?

Nichts. Ich habe euch hiermit aufmerksam gemacht, dass ich nicht willentlich, aber von WordPress vorgegeben, E-Mails und die WordPress-Seite speichere, wenn ihr etwas kommentiert. Also eigentlich speichert WordPress diese und ich bin nur Nutzer eines Services. Die Daten liegen ja bereits bei WordPress und WordPress ist für die Löschung der E-Mail-Adresse und des Blogs zuständig, nicht ich. Ich kann nur Kommentare löschen. Also ist ein Kommentar nicht erwünscht, einfach melden.
Das ganze ist wieder ein Thema für Unternehmen, die jetzt schauen müssen wie sie Datenschutz umsetzten. Es wird in diesen Kreisen heisser gegessen, als gekocht. Also keine Panik.

Noch Quellen für diejenigen, die mehr wissen wollen:

Bafög und was man für das Leben lernt

Die liebe Agnes Podczeck schrieb einen Post über ihren Kampf mit den Behörden. Auch hat sie dazu hier aufgefordert selber einen zu schreiben. Gut, denn ich habe direkt zwei Geschichten zu schreiben. Denn ich kann sie sehr gut nachvollziehen.

Bei mir war es das wunderbare Bafög-Amt in Augsburg.
Aber fangen wir nun von vorne an.

Ich habe während dem Studium eine Pause gemacht und studierte deshalb nicht. In dieser Zeit bekam ich kein Bafög und keine soziale Unterstützung, denn ich bin ja im Ausland. Gut und schön. Meine Eltern, mit denen ich ja keinen Kontakt mehr habe, unterstützen mich überhaupt nicht. So hatte ich über ein halbes Jahr kein einziges Einkommen. Kein Cent. Die Miete, das Essen, die Bahn-Tickets, praktisch alles übernahm mein Freund. Wir wohnten damals noch in einer recht günstigen Wohnung. Ich setzte mich mit dem Amt auseinander und fragte um Unterstützung. Nein, bekomme ich nicht. Ich studiere ja nicht. Sonstige Hilfe? Keine Antwort. Ich bin ja im Ausland. In einem Land, das ja solche Probleme nicht hat und keine Armut kennt. Dort, wo die ganzen Reichen sind. Da müsste man selber also auch reich sein. Falsch.
Also war ich ohne Einkommen. Ein halbes Jahr.

Nachdem ich wieder angefangen hatte zu studieren bekam ich wieder Bafög.
Aber nicht einfach so: Unterlagen einschicken, warten, Geld bekommen. Nein. So einfach war das dann doch nicht. Fragen, warum ich länger studieren würde, meine nächsten Prüfungen, meine soziale Situation, warum meine Eltern mich nicht unterstützen, warum ich Pause gemacht habe, welche Prüfungen ich abgelegt hatte, warum es nur so wenig waren, warum ich nicht früher irgendwelche Schritte unternommen hätte um Pause zu machen (bei mir kommen mehr Sachen zusammen). Ich habe denen alles erklärt. Ich habe alles abgeschickt. Dann kam wieder nach einem halben Monat irgendwelche andere Fragen. Ich bin fast durchgedreht. Während der ganzen Pause vom Studium habe ich mich mit dem Amt auseinandergesetzt. Dokumente geschrieben und geschickt. Fragen beantwortet.
Ich habe mich praktisch bis auf die Unterhose ausgezogen und meinen ganzen Lebenslauf vor dem Bafög-Amt ausgebreitet.
Nicht, dass ich das nicht verstehen würde. Aber es ging manchmal wie Salamitaktik. Auf eine Frage eine Antwort, aber im nächsten Brief wieder eine neue Frage. In einem weiteren Brief wurde mir die erste Frage nochmals gestellt. Genauso ging es mit den Dokumenten: alle Dokumente geschickt, Brief bekommen mit der Aufforderung wieder Dokumente zu schicken.
Nach einem halben Jahr war alles geregelt und bekam Geld .

Jetzt durfte ich das aber jedes Semester machen. Unterlagen beantragen, Dokumente schicken, Warten. Warten auf gutes Gelingen und auf Vollständigkeit. Oft dauerte das einen halben Monat. Dann kam ein Brief zurück mit der Bitte nochmals irgendwelche Dokumente, die ich sowieso schon abgeschickt hatte, nochmals zu schicken. Dann zwei Monate später bekam ich erst das Geld.

Wenn das Amt seinen Job richtig machen würde, dann hätte ich kein Problem. Damit meine ich: alle Dokumente für einen Fall zusammen behalten, nichts verlegen, die Ansprechpartner kennen und diese kommunizieren, vergangene Dokumente nicht nochmals einfordern. etc.
Schwierig wird es, wenn ein zweites Amt involiert ist und dieses mit dem ersten Amt kommunizieren muss. Wenn das erste dem zweiten Amt Dokumente zuschicken soll, dann bin ich diejenige die eine Aufforderung des zweiten Amts bekommt um diese für Amt 2 noch fehlenden Dokumente abzuliefern. Da kann ich mich wieder mit Amt 1 auseinandersetzten. Die bearbeiten wieder und das dauert. Dann nach dieser Zeit wird irgendwann ohne meines Wissens Dokumente übermittelt. Ob es die richtigen waren, ob es vollständig ist; keine Ahnung. Weder habe ich Einfluss darauf, noch weiss ich welche Dokumente irgendwohin übermittelt wurden. So etwas stresst mich zustätzlich.

Was ich gelernt habe?
– Es ist nicht schlimm Geld von anderen Menschen anzunehmen.
Ich weiss wie es ist, wenn:
– man jahrelang auf Kosten meines Freundes lebt.
– man mit voller Angst zum Briefkasten geht.
– man ohne Krankenversicherung lebt.
– man Rechnungen nicht mehr zahlen kann, weil kein Geld vorhanden ist. Nicht wegen eigener Überschuldung, sondern aus der ausbleibenden Zahlungen vom Amt.
– man sich mit dem Amt auseinander setzten muss. Dauernd und nachhaltig und immer wieder.
– mit 10 Franken für zwei Wochen auskommen muss.

Es ist unfair und ist ungerecht. Es geht gegen mein Gerechtigkeitsgefühl, dass solche Situationen immer mehr Menschen passieren.