Nachbarn

Gestern Abend hat mein Freund das erste mal unsere Nachbarn kennengelernt. Das war allerdings nicht so besonders erfreulich, denn er ging sich beschweren. Auf dem Balkon war die Musik zu laut.
Deshalb überlegte ich mir, warum wir sie nicht kennen. Wir hatten nämlich ein Nachbarschaftsfest vor einiger Zeit.

Das Nachbarschaftsfest war relativ interessant und ich lernte erst einmal einige Bewohner des Gebäudes kennen.
Während vielen Gesprächen stellte ich fest, dass man Komplexe besitzt. Das Haus hat sieben Stöcke und je weiter oben die Wohnung ist, desto teurer ist sie. Da ist ganz normal. Je mehr Zimmer die Wohnung besitzt, desto teurer ist sie. Auch das ist normal. Während einigen Gesprächen stellte sich aber langsam heraus, dass man zwar gerne Kontakt zu anderen Leuten haben möchte, aber man möchte auch keine Minderwertigkeitskomplexe bezüglich des bewohnten Stockwerkes haben. Jeder kennt die Zimmeraufteilung und deshalb weiss jeder im Haus wie viel Miete der jeweils andere bezahlt. Denn jeder Bewohner hat die Wohnungspläne von dem ganzen Block bekommen.
So sprach ich unter anderem mit einem Pärchen aus Deutschland, die sehr nett waren. Zuerst war das Gespräch sehr erfreulich. Dann kam das Gespräch auf die Arbeitssituation und es stellte sich heraus, dass er hier in der Schweiz Arbeit sucht. Ist auch ganz normal, denn die Freundin fand hier eine Stelle. Daraufhin hat er sich gleich ersteinmal indirekt entschuldigt und die Situation versucht zu erklären. Bei solchen Gesprächen habe ich keine Lust meine kompletten Lebenslauf auszubreiten und erst einmal zu erklären, warum ich immer noch studiere, warum mein Freund arbeitet und ich nicht. (Ausbildung gemacht, Abitur nachgeholt, gearbeitet, studiert, Pause gemacht, weiter studiert) Gleich darauf ging es um das bewohnte Stockwerk.

Mir ist doch egal in welchem Stockwerk jemand wohnt, welche Arbeit er hat oder keine, ob er studiert ist oder nicht solange er oder sie nett ist und umgänglich ist. Womöglich resultiert sogar eine Bekanntschaft.
Nun, was kam nach dem Nachbarschaftsfest? Relativ wenig. Ich habe mich noch auf der dazu eingerichteten Internetseite bedankt und sah keinen mehr wieder. Jetzt habe ich mir natürlich auch nicht die jeweiligen Namen gemerkt und kann auch gar niemand mehr zuordnen. Das Fest war interessant, jedoch relativ unnütz und unbrauchbar. In meiner Vorstellung läuft das so ab: von 50 Leuten, die man dort kennen lernt, findet man 10 weiter nett, mit 5 davon kann man sich mit 5 potentiell vorstellen etwas zu unternehmen.  Aber das war wohl nicht so. Aber dazu bin ich wohl naiv.
Nun meine Frage, wie ist es bei anderen? Kennt man die Nachbarn? Was macht man mit Nachbarn? Und die wichtigste Frage: wie hat man sich kennen gelernt?

Denn ich muss offen sagen, dass ich bisher in meinen vorherigen Wohnungen keine Nachbarn kennen gelernt habe. Bei dieser sollte es anders werden. Ich finde es eben etwas unangenehm, wenn das Kennenlernen durch eine Beschwerde zustande gekommen ist. Zudem finde ich es komisch nur Kontakt zu haben mit Nachbarn, wenn ich mich über zu laute Musik beschwere.

 

Der typische Schweizer: Vorurteile

Nach meinem nicht besonders erfolgreichen Kontaktversuchen an der Universität überlegte ich mir, wie sich ein typischer Schweizer verhält. Das kuriose daran ist, dass es nicht DEN Schweizer gibt. Deutschschweizer aus Zürich sind anders als Deutschschweizer aus Basel. Basel ist Dreilandeck und dadurch etwas offener als Zürcher. Dazu kommt, dass Schweizer aus der Romandie – der Westschweiz, dem französischen Part, anders sind als Tessiner. Die Westschweizer sind tendenziell eher nach Frankreich – dem Land nicht Paris – gerichtet. Die Tessiner müssen gezwungener Massen irgendwelche anderen Sprachen lernen und daher schon offener auf andere Menschen. Denn im Tessin existiert keine grosse Industrie.
Die Schweiz ist also eher drei geteilt: Romandie, Deutschschweiz, Tessin.

Sprache im Land

Jeder von denen hat kulturelle Teile des jeweils anderen gleichen Sprachlandes. Das heisst die Romandie besitzt Anteile an der französischen Kultur, will sich aber gleichzeitig von ihr abgrenzen. Interessant ist dies, in dem sie zwar langsamer reines französisch reden, dennoch mit lokalen Spezifikationen. So sind die Zahlen komplett anders.
Die Deutschschweizer haben sowieso eine andere Sprache.
Oft bleibt und arbeitet ein Deutschschweizer lieber in seiner Sprachregion und der Westschweizer in seiner. Französisch bzw. Deutsch wird zwar in der Schule unterrichtet, doch ohne Austausch kann man nach einigen Jahren nicht mehr mit einer Person aus dem anderen Sprachkreis reden. Durchmischungen, zum Beispiel von Zürich oder Luzern nach Genf, finden relativ wenig statt. Im Gegenzug haben Westschweizer Probleme damit deutsch zu sprechen, denn Deutschschweizer sprechen Umgangssprache. Diese wird nicht in der Schule gelernt. Man verseht sich praktisch nicht. Zudem haben Westschweizer das Problem ihres französischen Akzentes im Deutschen.
Zur weiteren Vereinfachung hat man ja auch noch zweisprachige Kantone und Städte. Die meisten offenen Bewohner dieser Städte sind mehr oder weniger zweisprachig. Sie können überleben in der anderen Sprache. Das allerdings erwartet man auch von den neu zugezogenen in diese Stadt.
Wenn man sich auskennt, weiss man langsam welche Muttersprache in welchem Kanton gesprochen wird.
Ein Unterschied besteht demnach vor allem in den Deutschschweizern und den Westschweizern.

Der Deutschschweizer

Er ist zurückhaltend, abwartend, neutral in seinem Urteil und zu jedem nett.
Dazu kommt, dass er bei Gruppengesprächen erst einmal eine Vorlaufzeit braucht. Das heisst, man sollte erst einmal ein paar Minuten abwarten und dann seine Meinung unter Einbezug von anderen Meinungen kuntgeben. Oft wird die eigene Meinung gesagt, andere Meinungen werden dazu einbezogen und auf diese wird eingegangen. Im allgemeinen wird sehr viel diskutiert. Alle Meinungen wollen schliesslich irgendwie unter einen Hut gebracht werden.

Freundschaft

Schweizer sind zwar zum einen sehr nett, aber reserviert im Umgang von neuen Menschen. Es braucht sehr lange sich mit ihnen zu befreunden. Das liegt zum einen daran, dass Schweizer sehr lokal wohnen. Ein Umzug von Bern nach Düdingen (15 Minuten mit dem Regionalzug S-Bahn) kostet eine Überwindung, denn die Freunde und Familie bleiben ja in Bern. Da kommt man ja nicht so schnell hin. Die bereits bekannten Freunde hat man schon aus der Schule. Man kennt sich praktisch schon sehr lange. Ein Schweizer hat weniger Freunde, aber dafür kann man sich auf die verlassen und es sind tiefere.
Wenn man nun mit neuen Leuten zu tun hat, dann ist man erst einmal nett. Nett und freundlich. Vielleicht noch hilfsbereit – zu den richtigen.
In der Nachbarschaft wird eher darauf gewartet, bis der neu zugezogene sich vorstellt. Es ist relativ unwahrscheinlich, dass ein Schweizer sich beim Neuen vorstellt. Man wartet da lieber ab.
Die Frage ist nun, wie befreundet man sich? Lange Ausdauer, warten, nett sein und höflich. Man geht zum Mittagessen, irgendwann zum Kaffee, dann abends in eine Bar und nach einigen Monaten kann man den anderen auch mal zu sich nach Hause einladen. Schnell geschieht das auf alle Fälle nicht.

Der Westschweizer

Mittlerweile hatte ich auch mit einigen Westschweizern Kontakt. Allerdings kann ich hierzu relativ wenig sagen, denn meine Kontakte sind zu wenig um den typischen Westschweizer zu beschreiben.
Eines ist aber offensichtlich: er ist anders als der Deutschschweizer.
Er ist eher ein Gemisch von der Nettigkeit der Deutschschweizer und der Offenheit eines Franzosen. In der Westschweiz laufen die Uren auch etwas anders. Ein Zuspätkommen ist nicht ganz so schlimm, das nimmt man nicht so genau. Selber kann man ja auch mal zu spät kommen.
Die Arbeitsweise ist demnach auch etwas legerer.
Wenn man französisch spricht, dann ist es einfacher einen Westschweizer anzusprechen. Smalltalk im Geschäft ist auch keine Seltenheit. Nichtbeachten an der Kasse allerdings auch. So spricht die Kassiererin an der Kasse lieber mal mit ihrer Kollegin und beachtet den Kunden nicht. Unfreundlichkeit und Verbesserungen bei der Aussprache ist allerdings auch nicht so selten. Das muss man allerdings nicht so persönlich nehmen, denn irgendwann ist man auch wieder freundlich.
Über persönliche Dinge spricht man eher offener und schneller.

 

Man sieht also Deutschschweizer und Westschweizer haben vieles gemein und sind doch sehr unterschiedlich. Jetzt kommt es auch noch darauf an, in welchem Kanton man wohnt. Also den typsischen Schweizer gibt es nicht.

Pflanzen auf dem Balkon

Wie ich schon einmal angedeutet hatte, wollte ich immer auf dem Balkon Gemüse und Obst anbauen. Nachdem wir nun umgezogen sind, ist es einfacher geworden. Denn der Platz auf dem Balkon ist mehr und dieser ist nicht mehr nach Norden gerichtet. Das war das grösste Problem mit dem ehemaligen Balkon.
Man kann nämlich nichts anbauen, wenn der Balkon nach Norden gebaut ist.
Jetzt haben wir zwei Hochbeete, in denen Salat und Tomaten wachsen. Langsam kommt auch der angesetzte Basilikum aus einem Topf. Thymian und Rosmarin spitzen auch schon ihre ersten kleinen Blätter aus dem Boden.
Ein paar Radieschen konnten wir sogar schon essen. Die schmeckten wirklich sehr sehr gut.
Ich erfreue mich wirklich am Balkon und es ist immer wieder schon es wachsen und spriessen zu sehen. Zwar bin ich manchmal ungeduldig, weil es manchmal doch etwas länger dauert bis man einzelne Blätter sieht. Vergleicht man allerdings die Wochen, geht es schon noch schnell.
Gerne hätte ich Zwiebeln angebaut, konnte jedoch keine Samen finden.
Ich freue mich schon auf meinen ersten eigenen Salat, der dann nicht in Plastik eingepackt ist.
Dazu muss ich auch sagen, dass mir mein Freund auch sehr viel geholfen hat mit seinen Ratschlägen, denn ich kenne mich praktisch nicht aus. Für mich war es das erste mal überhaupt Salat mit vorgezogenen Setzlingen in ein Hochbeet zu graben. Wie ich allerdings feststellen musste, kann man praktisch nicht wirklich gravierendes falsch machen. Da ich aus der Stadt komme und meine Eltern nur irgendwelche Blumen auf dem Balkon hatten, kenne ich es nicht irgendwas selber anzubauen und auf Reife zu warten. Deshalb bin ich umso stolzer, wenn nicht gleich alle Blumen eingehen. Sondern wirklich wachsen und gedeihen.
Deshalb ist es für mich umso schöner auf dem Balkon zu sitzen und meine kleine Wohlfühloase zu beobachten. Es duftet alles so schön und es ist interessant Bienen beim bestäuben zuzusehen.

Das eigenartige daran ist, dass Urban Gardening für mich kein Punkt für nachhaltiger Leben ist. Es ist für mich eher Lebensqualität, denn es ist nicht Standard einen grossen sonnigen Balkon zu haben und Geld für Blumen oder Gemüse auszugeben. Die Anschaffung eines Hochbeets ist nicht allzu günstig, aber es lohnt sich auf alle Fälle.

Im Moment geniesse ich die Anfangszeit des Sommers und bin froh eine Weile nicht mehr zur Uni gehen zu müssen. So bin ich praktisch den ganzen Tag auf dem Balkon, wenn ich nirgends hin muss. Dort schreibe ich meine Arbeiten und kann lesen. Höre die Vögel zwitschern und geniesse die Sonne.

Was ich an der Universität lernte

Neben fachlichem und theoretischem Wissen, lernt man an Universitäten noch sehr viel mehr. Dabei ist garantiert kein Teamwork oder Kommunikation mit den anderen gemeint. Es sind eher das unterbewusste und subtile Miteinander, das man irgendwann verinnerlicht.

Jeden Tag alleine sein
Ich lernte jeden Tag alleine zu sein: Mittagessen, Vorlesung und Seminare. Zwischenzeitlich spricht man mit den Verkäufern des Mittagessens, hängt am Handy, spielt oder zeichnet irgendwas in seinen Blog. Mitte der Woche spricht man nicht mehr mit den Verkäufern, weil das auch schon zu viel ist. Macht keine Begrüssung mehr, wenn man in irgendeinen Raum betritt. Man ist nicht mehr überrascht, wenn bei eigenen Vorträgen Studenten ein Pokerface aufsetzten oder zum Fenster hinausschauen. Am Anfang versuchte ich noch mit meinen Sitznachbarn zu reden, doch bei einigen Seminaren und Vorlesungen habe ich aufgegeben. Wenn überhaupt keine Response von Studenten kommt, demotiviert mich das. Es schlägt auf mein Verhalten und auf mein Gefühlsleben. Es wurde immer schlimmer in diese Seminare und Vorlesungen zu gehen.

Etwas zu sagen ohne Rückendeckung
Seine Meinung und sein Wissen muss man irgendwie an der Universität einbringen. o hat es Seminare, in denen man sich beteiligen muss. Nur beantworten die meisten Studenten keine Fragen. Das habe ich erst wieder bei einem Referat erfahren. Wenn ich nun eine Frage beantworte und möglicherweise auch darüber hinaus Dinge erzähle, stehe ich als „Streberin“ da und werde gemieden. Studenten, die noch weiter gehen begrüssen mich nicht mehr oder schneiden mich.
Ich kann das verstehen, dass man nicht mit allen irgendwie befreundet sein kann. Aber so schlimm hätte ich es anfangs Jahr nicht gedacht. Mittlerweile ist alles gleich, sodass keine Entwicklung zwischen dem letzten Beitrag zu dem Thema und diesem hier stattfand. Es hat sich sogar noch verschlimmert.
Das ging dann auch so weit, dass nach einem Wochenendseminar Studenten miteinander essen gingen und mich die Dozentin dazu eingeladen hatte. Da ich zwar bei der Einladung für die Dozentin im Raum war, aber die Studentin nicht einbezog.

Bei Veranstaltungen der Uni ausserhalb der Vorlesung mit einander sprechen, danach nicht mehr
Wie oft habe ich darüber nachgedacht, was ich gemacht haben könnte, wenn ich mit jemand beim Essen oder irgendwelchen anderen Veranstaltungen des Studiengangs oder der Universität gesprochen hatte, aber vor und nach der Vorlesung absolute Nichtbeachtung traf. Jetzt weiss ich, das ist alles ganz normal.

Fakten aufzählen, Weiterdecken, Zynismus ist nicht gerne gesehen
unter Studenten. Erst neulich ist es mir wieder passiert, dass ich zu einem Thema eines Vortrags etwas weiterdachte. Ich habe einen grossen Wunsch, der wahrscheinlich nicht erfüllt werden wird: Augenkontakt von Mitstudenten, wenn ich etwas zur Diskussion beitrage. Ich weiss, dass es schüchterne Menschen gibt, die sich nicht trauen irgendwas zu sagen. Aber die können mich zumindest anschauen. Damit ich das Gefühl habe, dass sie mir zuhören und keine Selbstgespräche mit dem Dozenten führe.

Nach einem Semester bin ich so desillusioniert, weiss nicht mehr was ich will und wohin mein Weg geht. Ich zweifel an mir und weiss sogar nicht mehr, ob ich wirklich arbeitsfähig bin. Ich traue mich nicht mehr mich irgendwo zu bewerben, weil ich Angst vor der Antwort habe. Ich habe das Gefühl, auch nichts mehr zu können oder etwas zu wissen. Ich bin demotiviert und einfach müde. Es hat genau dreieinhalb Monate gedauert, bis ich wieder an diesem Punkt angekommen bin.

Was habe ich nicht gelernt
Was ich also nicht gelernt habe ist Teamarbeit, jemand in die Gruppe einzubeziehen oder ein einfaches Miteinander. Für mich ist es schwer, da ich auf ein Ausgleich in der Gruppe bedacht bin. Es sollte niemand ausgeschlossen werden, jeder kann seine Meinung sagen ohne dafür bestraft zu werden. Ich helfe gerne Menschen, die von mir irgendwas wollen. Ein einfaches Miteinander mit täglichem Small-Talk würde mir den Tag einfacher machen.
Aber das ist absolutes Wunschdenken und wird nicht so praktiziert. Zumindest nicht um mich herum.

Erfahrungen in Vereinen an Universität

Ich engagiere mich sehr stark und sehr gerne für Dinge, die mich interessieren. Allerdings finde ich es wirklich schade, wenn man immer mal wieder gegen Wände laufen muss. Natürlich braucht man Ideen, keine Frage. Mich allerdings demotiviert es, wenn ich Ideen bringe und es landet nicht so auf Resonanz.

Idee für einen regelmässigen Mittagstisch oder für einen Stammtisch
Nur, wenn man als Verein regelmässig Veranstaltungen macht, wird man auch gesehen. Wenn man gesehen wird, dann hat man einen besseren öffentlichen Stand und möglicherweise sogar mehr Mitglieder. Dazu braucht es aber auch Veranstaltungen, die neben her laufen und nicht immer irgendwelche Konferenzen.
Deswegen sollte es auch Möglich sein, dass Mitglieder im Verein sich besser kennen lernen. Dies geschieht allerdings nur, wenn man sich auch neben Konferenzen und ähnliches sieht. Deshalb fand ich die Idee eines Mittagsstammtischs oder ähnliches sehr gut. Der ist öffentlich und jeder kann vorbeikommen. Nebenbei spricht man auch über Themen, die einen interessieren und lernt den Verein kennen.
Die Idee ist allerdings nicht angenommen worden, weil keine Nachfrage vorhanden war. „Zu kompliziert“

Idee für Werbung gezielt für ein Projekt, das halbfertig ist
Die Idee für die Werbung für ein Projekt um dafür Mitmacher zu finden, fand auch keine grosse Bewunderung oder Umsetzung. Es wurde allerdings weder abgelehnt noch irgendwie angenommen. Sondern es wurde nur vertagt, bis man es vergessen hatte.

Aufhängen von einem Postkasten oder Flyerständer
Diese beiden Dinge wurden zuerst gut angenommen, doch irgendwann wieder vergessen. Der Postkasten sollte an das schwarze Brett oder an die Wand des Studienganges.

Diese drei Beispiele waren nur einige meiner Idee. Ich will damit auch gar nicht sagen, dass man immer alles durchsetzten muss. Das Totschlag-Argument ist allerdings immer:
1. da wird keiner Mitmachen bzw. kommen, 2. wir haben zu wenig Mitglieder oder 3. wir überlegen uns das nochmal
Ich helfe gerne und bringe gerne Ideen ein. Allerdings stört es mich, wenn ich keine Antwort auf E-Mails bekomme, etwas auf die lange Bank geschoben wird.
Leider habe ich das schon öfters erlebt und ich bin nicht mehr bereit Energie in etwas zu investieren, das kein Sinn hat. Es demotiviert mich.

Komplimente vergeben

Neulich in einer Beiz:
Kollegin, mit der man im Nebenjob gearbeitet hatte, betritt den Raum. Sie hat etwas anderes an und so sagte ich, dass es mir gefällt.
Die Reaktion darauf war, dass sie auch ein Kompliment zurück geben musste. So sagte sie, dass ich frisch aussehen würde. Ich war an dem Tag etwas zu lange in der Sonne und hatte ganz leichte Rötungen.
Jeder bedankte sich recht herzlich, weil das ja so gemacht wird.
Mein Freund meinte schliesslich, dass hätte man auch anders interpretieren können. Er wies mich darauf hin, dass Frauen sich gegenseitig nicht mehr so Komplimente machen. Sondern unter diesen Komplimenten ist immer ein kleiner Kritikpunkt. Ich fand das nicht so und meinte es so wie ich es sagte. Dieses Gespräch nahm ich zum Ausgangspunkt, ob sich Frauen keine Komplimente mehr geben können. Irgendwie ist daran schon etwas wahres.
1. Ich war wirklich nicht frisch und sonnig, sondern etwas gerötet von der Sonne. Denn ich hatte einen kleinen Sonnenbrand. Aber das ist doch klar, denn ich trage keine Schminke oder getönte Tagescreme.
2. Wenn man sagt, dass einem der Rock gefällt kann man andere Möglichkeiten implizieren. Es ist zu auffällig, es ist ein Rock, er ist zu kurz, er ist zu lang, er hat zu grosse Muster, er hat zu kleine Muster etc. etc.
3. Genauso die Frage: „du hast dich aber heute fesch gemacht. Hast du noch ein Date?“ Impliziert einige Sachen: man könnte damit andeuten, dass man mit jeden Mann in die Kiste will und sonst nicht so aussieht. Vielleicht auch nur, dass man dem Mann etwas vorspielt.

Da viel mir natürlich auch gleich eine wahre Geschichte aus der Universität ein. Wo auch sonst.
Eine Mitstudentin hatte ein gutes Referat auf einer Fremdsprache gehalten. Da sie sonst sehr schüchtern rüberkam und mit Wissen glänzte, ging ich nach dem Seminar hin und gratulierte ihr. Sie bedankte sich und fand das nett. In den darauffolgenden Stunden sprachen wir kein Wort mehr. Keine Begrüssung und ähnliches.

Eine ähnliche Situation hatte ich, als ich nach meinem Referat mich bei einem Mitstudenten für seine Mitarbeit bedankte. Denn ich merkte recht schnell, dass das in dem Seminar nicht normal ist. Daraufhin sprachen wir kein einziges Wort mehr.
Er ignoriert mich, ein Nicken ist das höchste der Gefühle beim begegnen.

Innerhalb von vier Monaten bin ich also wieder an dem Punkt, an dem ich keine Komplimente mehr vergebe. Denn diese beiden waren nur zwei Beispiele von zwei Wochen, in denen ich nicht geizte mit Komplimenten.
Ich finde es schade, dass man nicht mehr offen und ehrlich miteinander umgehen kann. Komplimente sind etwas wichtiges und jeder bekommt sie gerne. Deswegen finde ich es schade, wenn Frauen irgendwas anderes in Komplimente hineininterpretieren. Manchmal ist ein Rock ein Rock, eine Bluse schön, eine Gratulation für die Beherrschung einer Fremdsprache oder Wissen.

 

Das tägliche Leben

Die letzten zwei Wochen waren nicht besonders erfreulich für mich. Für mich ist es ein bisschen schwierig immer wieder von vorne anzufangen. Damit meine ich, dass ich wirklich versuche mich am Leben und an den Leuten anzupassen. Mit mir kann man Schweizerdeutsch reden und schreiben, alles kein Problem. Aber es hat hier Leute, die einfach ignorant und nicht kommunikativ sind. Sie besitzen Vorurteile, die man nicht abbauen kann. Da hilft es auch nicht, wenn man offen mit diesen Leuten umgeht. Sie werden so lange nett zu dir sein, bis sie dich nicht mehr brauchen. Mir fällt das sehr schwer dagegen zu halten und immer wieder freundlich zu sein, wenn ich doch wieder ignoriert werde. Bei Fragen meinerseits wird pampig reagiert.

Mir fällt dieses hinterrücks sehr schwer, denn ich frage mich was ich falsch gemacht habe, warum ich nicht normal sein kann und ob ich zu offen gewesen bin. Das kann ich irgendwie nicht so schnell abbauen, egal wie viel Yoga und Achtsamkeitsübungen ich mache. Das schlimmste ist, es überträgt sich auf mein normales Leben und ich bekomme wieder Selbstzweifel. So fühle ich mich immer mehr ausgeschlossen aus der Gruppe.
Dabei hat das Abbauen von diesem Gefühl sehr lange gedauert. Nach bestimmten Vorlesungen muss ich mich zwingen irgendwas zu machen, weil es mir absolut kein Spass mehr macht.

Hier mal ein paar Beispiel unter einigen – mit den jeweils gleichen Leuten:
Ich muss eine Gruppenpräsentation mit anderen Studenten vorbereiten. Wir unterhalten uns über das Thema und alles scheint klar zu sein. Daraufhin komme ich dazu, dass man für die Kooperation ein Google-Dokument machen könnte. Daraufhin ein kleiner Streit, dass es möglich ist und praktischer ist, wird es von mir gemacht. Während ich am Tablet sitze, gehen die anderen Personen einfach weg ohne irgendwas zu sagen. Nicht besonders nett, aber zu verschmerzen. Das fand ich nicht einmal schlimm.
An dem Tag als wir die Präsentation hielten, probten wir erst die Präsentation. Ich habe das schon ewig nicht mehr gemacht – und werde es auch nicht mehr machen. Spontanität gehört irgendwie bei einer Präsentation auch dazu. (Nebenbei: Vorlesen, Ablesen und keine Spontanität bei Fragen von Professor kann ich nicht ausstehen) Nach einigen Verbesserungsvorschlägen und offenes Nichtzuhören war ich bereit die Präsentation zu halten.
Über die Arbeit am Google-Dokument wurde am Schluss noch gesprochen: „man kann da ja zusammen arbeiten. Da waren einmal zwei Leute drauf.“ (Brüller des Tages)
Die drei Beispiele sind einzeln nicht schlimm, aber der Gipfel war die Trennung zwischen Bühnendeutsch und Hochdeutsch am selbigen Tag und die Frage „ob ich nicht auch schon mal Abneigung begegnet wäre, weil ich Hochdeutsch spreche“

Was mir nun das Leben in diesen Seminaren so schwer macht?
Alles zusammen: Man studiert irgendwas mit Medien und hat doch keine Ahnung wie man kommuniziert; die Frage wird diplomatisch geantwortet (obwohl es eine Meinungsfrage war: es besteht die Möglichkeit, dass das Thema sowohl als auch… zu sehen.); hinter dem Rücken von anderen Personen wird gelästert über eine falsche Antwort oder eine Meinung, die man nicht teilt; immer den gleichen Gesichtsausdruck bei Fragerunden (nach dem Motto: Lieber nicht auffallen, nicht fragen und kein Runzeln, das gibt nämlich Fallten); das Ignorieren vor und nach den Vorlesungen mit 20 bis 30 Studenten im Hörsaal; keine Begrüssung und Verabschiedung. Wenn man zusammen mit dem Seminar unterwegs wäre, würde man nett zusammen reden und dann am nächsten Tag sich wieder ignorieren. Anscheinend fällt da ein Bein ab, wenn man sich danach begrüssen würde.
Im gleichen Augenblick weiss ich, dass man nicht mit jedem befreundet oder bekannt sein kann. Aber was ist es so schlimm für eine folgende Kommunikation:
Person 1: Hallo, alles gut?
Person 2: Hallo, ja und bei dir?

Gewohnheiten ändern

Rückblickend auf diese Woche war sie zum Teil nicht so erfolgreich, zum anderen Teil mit einigen lehrreichen Erfahrungen.
So weiss ich, dass mir Vermeidungsstrategien nicht gut tun.

Der Begriff Vermeidungsstrategie kommt aus der Schematherapie. Diese Therapie ist Teil der Verhaltenstherapie und will sich den jetzigen Verhaltensweisen annähern, damit diese geändert werden können. Jeder Mensch hat bestimmte Schemata, die er in seiner Kindheit gelernt hat. Bestimmte davon sind erfolgreich, andere dagegen stehen einem im Erwachsensein im Weg. Diese Verhaltensweisen hängen mit Emotionen zusammen, die während der Therapie verändert werden können. Dazu muss man erst einmal wissen welche Schemata man selber hat und wie diese verändert werden können. Das interessante daran ist, dass diese Therapie sehr individuell ist. Vermeidungsstrategien sind Strategien, die die alten Verhaltensweisen wieder aufgreifen und die neu erlernten Fähigkeiten im Wege stehen.

Unbewusst bin ich immer wieder in alte Verhaltensweisen zurück gefallen. Mittlerweile weiss ich was mir in bestimmten Seminaren nicht gefällt. Es hat mit den Mitstudenten zu tun, die überhaupt keine Reaktion bei Beiträgen von anderen Studenten zeigen. Bei mir prallt das nicht ab, sondern ich bin sehr empfänglich dafür. Wenn andere Leute etwas sagen und wenn ich etwas sage, will ich irgendeine Reaktion. Ganz schlimm finde ich es, wenn das Gesicht überhaupt keine Regung zeigt. Da ist mir Ungläubigkeit immer noch lieber.
Wie auch immer, ich kann die anderen Menschen nicht ändern. So habe ich jetzt den Spruch von Maria  von widerstandistzweckmaessig in mein Bullet Journal geschrieben.  Gleichzeitig erstellte ich einen Kreis mit meinem Umfeld. Dieser beinhaltet Bekannte, Freunde, enge Freunde, Familie und Beziehung. So etwas gehört nun zum Lernprozess, in dem ich das Mantra “ Ich gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden.“ immer wieder aufsage. Wenn ich mich irgendwie alleine fühle an der Uni kann ich mein Beziehungsrad ansehen.

Worauf ich allerdings auch hinaus will ist, dass ich absolut gerne Tipps von anderen Leuten annehme. Da bedanke ich mich erst einmal bei Maria für den erfolgreichen Tipp. Ich werde noch sehen, wie erfolgreich er ist.
Für meine innere Mitte benutze ich Yoga und Achtsamkeitsübungen.
Im Moment kann ich die Situation an der Uni nicht ändern, also muss ich mich davon irgendwie innerlich distanzieren.

Achtsames Miteinander?

Im Moment ist es etwas schwierig für mich hier zu schreiben. Ich habe zwar genug Themen, über die ich schreiben könnte. Allerdings bin ich etwas mit mir selber beschäftigt und lerne gerade mit Ablehnung anderen Menschen umzugehen.
Warum muss ich wohl mit Ablehnung von anderen Menschen umgehen? Ich befinde mich jetzt in der sechsten Woche im Studium. In der dritten Woche fing es langsam an, dass meine Motivation zu sinken begann. In den Seminaren und in den kleinen Vorlesungen wurde nicht mehr gegrüsst. In der vierten Woche erkannte ich den Grund: Ich spreche hochdeutsch, bin etwas unangepasster, sage meine Meinung (und wenn mich andere Meinungen interessieren, frage ich gerne nach – auch nach den Vorlesungen. Beziehungs-weise ich würde gerne nachfragen, aber die Mitstudenten sind praktisch direkt nach der Vorlesung weg).
Ich studiere „irgendwas mit Medien“ und es hat zwei Gruppen: diejenigen, die sich schon kennen und die Aussenseiter. Also ich gehöre zu der letzten Gruppe.
Das macht das Studium für mich sehr schwierig, denn dauernd alleine zu sein ist langfristig auch nicht förderlich. Dauernd über das Studium zu unterhalten finde ich auch langweilig. Dadurch sinkt meine Motivation für das lernen oder für irgendwelche Blog-Beiträge.
Im Moment bin ich also im Lernprozess mit mir selber den ganzen Tag alleine zu sein, von anderen nicht beachtet zu werden und bei möglichen Gesprächen abgelehnt zu werden. Das kratzt schon langsam am Selbstbewusstsein.
Im Internet hat es tausende und immer die gleichen Tipps, wie man dies ändern kann.

Such dir eine Fachschaft

Ich war in einer Fachschaft und hatte genau mit einem Studenten etwas zu tun. Am Ende meines Bachelors war ich mit einigen anderen Leuten aus der Fachschaft etwas enger, denn die Freundschaftsfindung in der Schweiz geht etwas langsamer von statten. Viele brauchen gar keine Freunde mehr, da sie bereits Leute aus der Schule kennen und Mitstudenten nur für das Studium sehen. Also es kommt auf die Leute drauf an, mit denen du dich umgibst. Sind diese aufgeschlossen und du aufgeschlossen, dann passt das gut. Aber es gibt auch andere Personen, die die Fachschaft nur als Begründung für Jobs sehen und nichts machen. Dann wird das schwieriger, denn es kommt zu keiner Gemeinschaft.

Such dir eine Sportart

Ich bin jetzt wieder jede Woche in einer Sportgruppe. Leider ist es Pilates. Das ganze hat zwei Seiten: zwar gefällt mir die Sportart, aber es ist ein Einzelsport.
Das ganze läuft so ab: jeder kommt für sich in die Umkleide, zieht sich um und geht in den Sportraum. Dabei wird nur mit denen gesprochen, die man eh kennt. Sonst ist es absolut leise in der Umkleide, da praktisch nie jemand irgendetwas sagt. Danach geht das ganze wieder andersherum: stille Sporthalle, in der man nur die Lehrerin sprechen hört, stille Umkleide oder direkt verschwinden. Das bedeutet: niemand spricht wirklich. Mittlerweile sah ich sogar Mitstudentinnen aus zwei Vorlesungen, die ich begrüsst hätte, wenn sie nicht so schnell wie möglich entweder nach der Stunde zum Telefon greifen oder direkt in Sportsachen nach Hause verschwinden.
Mit anderen Leuten sprach ich zwar, ob die Stunde gefallen hätte. Aber es entwickelte sich kein Gespräch.
So macht das Sport machen wahnsinnig viel Spass.

Mach an den Erstsemesterreisen- oder feiern mit

Vielleicht bin ich absolut komisch, aber auch dort hatte ich zwar Leute kennen gelernt. Doch nach der drei tägigen Reise während des Studiums ging jeder seines Weges. Das grösste der Gefühle war nur noch das Begrüssen.

Rede mit Leuten im Seminar

Auch das probierte ich dieses Semester das erste Mal. Als Tipp bekommt man zu hören, dass man nach der Vorlesung oder dem Professor fragen soll. Das habe ich zwar nicht gemacht, aber durch das sehr verwinkelte Vorlesungszimmer fragte ich eine Mitstudentin, ob sie es auch so schwer gefunden hat. So redeten wir in der ersten Vorlesung.
Doch schon die zweite Vorlesung danach kam keine Begrüssung mehr. Und wir haben mehrere zusammen.
Also funktioniert das auch nicht.

Lösung

Ich habe wirklich einiges gemacht und veranstaltet. Das macht mich sehr traurig und ich kann nichts an der Situation verändern.
So heisst es für mich nun: die Vorlesungen überstehen, alleine Essen und ähnliches. Ich kann die Situation nicht ändern und muss andere Möglichkeiten finden.

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