2 Monate Arbeit – meine Erkenntnisse

Meine erste mehr oder weniger richtige Arbeitsstelle ist in vier Wochen vorbei. Sie war kurz aber einiges konnte ich dennoch lernen.

1. Social media geht nicht nebenbei

Das ist vielleicht die interessanteste Aussage. Ich habe gemerkt, dass in meiner jetzigen Stelle die Arbeit mit social media unterschätzt wird. Man kann zwar ohne Redaktionspan irgendwas machen, aber man erweitert seinen Kreis nicht. Wenn ich irgendwas vorbereitend schreibe, liegt das erst einmal flach und wird lange Zeit nicht gegen gelesen. Dann warte ich auf weitere Arbeit. Die kommt aber nicht. Es bleibt also bei mir auch alles liegen.

Social media braucht Vorbereitung und Planung und die richtige Software. Man muss wissen welche Zielgruppe man hat, damit man die ansprechen kann. Im Moment bewege ich mich mit den gleichen Leuten im gleichen Kreis. So wird das nichts mit Erweiterung der Zielgruppe. Dafür müsste man tweets planen. Einen Plan aufstellen und danach schreiben. Möglicherweise sogar mit Sponsoring posts. Das ist nicht der Fall.

Dann fehlen mir die richtige Software. Ich weiss nicht was die sein könnte, aber monitoring der Themen und diese abspeichern wäre sinnvoll für weitere Postings.

Man kann natürlich auch einfach drauf los posten, hat aber weniger Wirkung.

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Helvetisierung: Sprache

Auf vielfachen Wunsch, was mich sehr gefreut hat, führe ich eine neue Kategorie ein. Sie wird über das Leben in der Schweiz gehen. Hier berichte ich über Dinge, die mir auffallen.

Das offensichtlichste an der Schweiz ist wohl die Sprache. Naja eigentlich sind es ja vier. Aber heute wird es um das Schweizerdeutsch gehen. Vielleicht denken jetzt einige, das wäre das Deutsch das Schweizer reden, wenn sie hochdeutsch reden. Nein, das ist es nicht. Es gibt ganz viele Dialekte. Manchmal verstehen die Schweizer sich untereinander nicht.

Ich muss zugeben, dass ich es nicht spreche. Aber ich verstehe es. Bei mir sind allerdings die kleinen Nuancen in die Alltagssprache Übergegangen.

Ich sage: da hat es noch einen Platz zum parkieren. Da hat es… Wird sehr gerne verwendet. Bei mir gibt es kein gibt mehr. Mir fällt das nicht mehr auf und es ist normal geworden.

Ich sage: gehen anstelle von fahren, laufen anstelle von gehen und joggen anstelle von laufen. Also ich gehe mit dem Bus oder mit dem Auto. Ich laufe zum Bus. Was natürlich nicht impliziert, dass ich ihm hinterher laufe. Ich laufe zum einkaufen. Naja manchmal sage ich noch gehen. Das hört sich komplizierter an als es ist. Man nimmt das deutsche Wort und geht einen Schritt zurück.

Ich gebe dir ein Telefon, heisst nicht, dass ich dir ein Telefon gebe. Es heisst nur, dass ich dich anrufe. Ich habe ein Telefon gemacht, weisst auch nicht, dass man etwas mit den Händen gefertigt hat. Es heisst, dass ich telefonierte. Ich mache ein Telefon. Oder man sagt: ich telefoniere dir.

Genauso mit der Besprechung: die gibt man nicht, sondern macht man. Ich mache dir einen Termin.

Hört sich alles komisch an? Vielleicht.

Identität

Neulich war ich auf einer Veranstaltung über Identität. Es ging darum wie man sich fühlt und zu welcher Nationalität man sich zugehörig fühlt. Jetzt ist es nicht so, dass man sich nur einer Nationalität zugehörig fühlen kann, sondern zu mehreren in mehreren Situation. Ein Beispiel dafür zu finden ist schwierig. Es kann sein, dass man in einem Umfeld sich eher anders verhält. Schweizer geben sich sehr gerne die Hand beim Verabschieden Veranstaltungen.

Auch wenn man sich sehr schnell anpassen kann, Sprache kann eine Voraussetzung für Identität sein. Wenn man die Sprache kann ist es einfacher sich zugehörig zu fühlen. Mir fällt das auch hier wieder auf. Französisch zu sprechen erleichtert den Kontakt zu anderen Menschen. Man kann mit ihnen austauschen.

Nun, auch wenn ich Sprache wichtig finde, war es hier gerade nicht einfach mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Ausserhalb der Universität hatte ich praktisch keine Kontakte. Die Nachbarschaft ist sehr anonym. So lernt man keine Sprache.

Auch eine Voraussetzung für das Lernen ist Geld. Man muss wenigstens eine Basis an Grammatik und Vokabular haben um zu sprechen. Dafür braucht man einen Kurs. Diesen Kurs muss man bezahlen. An einem bestimmten Punkt hat mir das Geld einfach gefehlt für einen Kurs. Zudem hatte ich niemanden, mit dem ich französisch reden konnte.

Ich hatte zeitweise die Idee mehr über die Kultur und die Identität von Schweizern zu sprechen. Helvetisierung sozusagen. Es sind eben die feinen Unterschiede, die es ausmachen. Wenn es euch interessiert, dann mache ich eine Serie daraus. Jetzt ist es an euch, wollt ihr so etwas lesen?

Gewichtsprobleme

Da steht sie wieder am Bahnhof und wartet auf den Zug. Neulich war es der Bus und heute Abend ist es eben der zu Zug.

Heute will ich mal von einem leidigen Thema schreiben. Probleme mit dem eigenen Gewicht. Und da habe ich ein ganz grosses, denn ich habe zugenommen. Eigentlich hatte ich nie Probleme mit dem Gewicht. Ich war immer normal bis schlank. Aber durch die Masterarbeit habe ich zu wenig Bewegung gehabt uns zugenommen. Mir passt keine Kleidung mehr da alles irgendwie eng geworden ist.

Das nervt mich schon und hatte schon einige Pläne. Nur bin ich einfach faul. Faul auf die Haut. Und mir macht Sport nicht so arg Freude. Sport muss für mich irgendwie in die Zeitplanug passen. Ich hasse es noch um sieben Uhr etwas zu tun. Zwischen fünf und sechs Uhr wäre es perfekt. Danach kann man essen und sich ausruhen…

Jetzt Frage ich mich dauernd, ob ich in die Kleidung von vor 15 Jahren passen muss. Ich verkaufe nichts mit meinem aussehen, also muss er gar nicht mackelos sein. Ist es der Anspruch der Gesellschaft, mein eigener oder den attraktiv für meinen Freund zu sein?

Warum strengt man sich so an und setzt sich unter Druck, nur um in 36 zu passen? Lohnt sich das? Mir was Gewicht nie wichtig und auf einmal ändert es sich. Ich bekomme kleine Polster an dem Bauch und passe in Grösse 42 hinein. So habe ich eine Kleidergrösse zugenommen.

Aber ist das so schlimm? Ich bin nicht mehr 20. Aber ich fühle mich einfach nicht so nach meinem Alter. Ich denke nämlich noch wie 20 und habe den Anspruch so zu sein.

Vielleicht ist das der Fehler. Eine Diskrepanz im meinem Kopf. Ich besitze nur Kleidung wie mit 20: Miniröcke, enge Hosen und T-Shirt. Aber kein business look.

Vielleicht will ich auch nicht so schnell Erwachsenen werden und meine Jugend behalten. Nur macht der Körper nicht mit. Dilemma.

Bedenken in der politischen Situation

Ich sitze gerade im Bus zum Bahnhof und während kamen mir einige Gedanken zur politischen Situation in Deutschland.

Seit wann ist es nicht mehr üblich zurück zu treten? Es ist zur Zeit so, dass Politiker und Verfassungsschutzpräsidenten sagen und machen können was sie wollen. Geheimnisse? Geheime Absprachen? Politische Bevorzugung? Falsche Angaben? Streuung von falschen Nachrichten? Das alles scheint kein Problem mehr zu sein. Hetze? Auch nicht. Die Bevölkerung regt sich und demonstriert, aber es ändert sich nichts. Niemand tritt zurück oder entlässt einen. Andere Politiker sind schon wegen mehr entlassen worden.

Ich begreife das Ganze nicht mehr. Es deprimiert mich. Es fördert nicht gerade das Glauben in die Politik allgemein. Die AfD profitiert immer mehr und ich glaube nicht, dass jemand daran denkt mehr Gerechtigkeit zu verbreiten. Die SPD sagt immer nur, aber das sind heisse Worte ohne Inhalt. Es wird rumgewurschtelt und gemanagt, ohne an die Zukunft zu denken.

Aber die Medien haben teilweise Schuld, denn sie berichten darüber. Ich mag manchmal nicht mehr Zeitung lesen, weil dauernd etwas über Krise gesagt und geschrieben wird. Warum wird im Sommerinterview der öffentlich rechtlichen Sender nicht mehr über andere Themen wie Bildung, Wohnraum, Gesundheit, Vorsorge etc gesprochen?

Wie geht es euch damit? Ich habe meine Gedanken fliessen lassen. Von meinem Freund höre ich nur, dass ich mich nicht aufregen soll. Wie sehr ihr sie Situation? Geht es euch auch wie mir oder eher wie meinem Freund?

Was bisher geschah

Ich kann es verlautbaren: meine Masterarbeit ist abgeschlossen und abgegeben. Jetzt habe ich nur noch die Verteidigung Mitte Oktober und dann bin ich offiziell Masterabschlussskandidatin. Dann habe ich endlich den Master.
Und wie lange habe ich darauf hingearbeitet und wie lange habe ich gelitten dafür. Seit einer Woche habe ich nun ein Praktikum für drei Monate. Ich arbeite. Das fühlt sich viel besser an, irgendwie wird man gebraucht.

Meine Vorstellung und Wünsche bezüglich Studium

Ich hatte allerdings auch noch Vorlesungen und dachte, dass ich endlich mit jemand näher bekannt werden könnte. Ich habe mir nicht einmal mehr Freundschaft gewünscht oder vorgestellt. Sondern jemand, mit dem ich nicht nur zum Abschluss der Vorlesung etwas mache. Sondern einfach mal Mittagessen oder Abendessen oder vielleicht ganz unkonventionell etwas trinken gehen. Während des ganzen Masters habe ich nicht eine Person richtig kennen gelernt. Am Anfang hat mich das sehr mitgenommen. Ich fühlte mich wirklich alleine und einsam.

Ich wollte während meines gesamten Studiums, besonderm im Master, jemand, mit dem ich auch über die Inhalte von Vorlesungen reden kann. Vielleicht ist das eine romantische Vorstellung bezüglich Studenten: sie wollen etwas lernen. Ich traf allerdings auf viele, die Vorlesungen nur für die ECTS machten und kein besonders grosses Interesse an Inhalten hatten.

Dagegen fand ich das ganze ablästern von anderen Personen oder Professoren langweilig. Wer wie gut oder schlecht ist, das habe ich nicht unter Kontrolle. Auch die ganzen oberflächlichen Gespräche über diese Themen waren langweilig. Leider waren diese an der Tagesordnung. Manchmal habe ich auch gar nicht mehr richtig zugehört. Es war keine Herausforderung oder etwas Schönes mit solchen Leuten zu reden. Es fand keine Diskussion statt.

Statt Freundschaft Einsamkeit

Aber besonders schlimm war die Einsamkeit, als mein Freund etwas mit seinen Kollegen oder Freunden unternahm. Da wird vor deinen Augen etwas gemacht was du selber gerne machen würdest und selber „hättest“. Es ist jetzt nicht so, dass ich ihm das verbiete oder abrate. Es zeigt einfach nur, dass in dieser Richtung ein grosser Wunsch vorhanden ist. Teilweise habe ich mich in diesen Situationen wirklich einsam gefühlt. Dass da niemand ist, dem ich irgendwas erzählen konnte, an das habe ich mich gewöhnt. Dass nur mein Freund Stolz auf mich ist, an das habe ich mich auch gewöhnt. Aber manchmal ist es dennoch schwierig und zieht einen das Herz zusammen.

Da kann man es sich so schön wie möglich machen, es fehlt einfach irgendwas. Irgendwas ist in dem Fall jemand, mit dem man bestimmte Momente teilt. Ich will das zum Beispiel nicht immer mit meinem Freund machen. Er ist zum Beispiel nicht kunstinteressiert. Ich dagegen schon. Deshalb können wir diesen Moment nicht teilen.

Immer wenn ich mich einsam gefühlt habe, habe ich gegoogelt. Ich traf auf ganz viele Studenten, die davon berichteten. Es ist ein ganz grosses Thema.

Einsamkeit auch nach dem Studium?

Aber gerade dieses Wochenende hat es sich wieder gezeigt wie einsam ich eigentlich durch das Masterstudium geworden bin. Da ich keine anderen Kollegen finden konnte, muss man sich ein Freundschaftskreis erst langsam aufbauen. Während mein Freund seine Kollegen alle bereits kennt, muss ich langsam an andere Personen herantasten. Aber das dauert so lange und braucht so viel Zeit bis man jemand kennenlernt.
Ich weiss das die Durststecke nur noch dieses Jahr besteht. Denn in zwei Monaten ziehen wir sowieso um und da habe ich fest vor mich mehr zu engagieren. Trotzdem ist es jetzt in bestimmten Situationen schwierig.

Essen im Restaurant in Deutschland

Vor einiger Zeit war ich wieder in Deutschland. Genauer gesagt in Freiburg im Breisgau. Dort haben wir – mein Freund und ich –  uns mit dem Bruder von meinem Freund in einem Restaurant getroffen.
Dabei sind mir einige Dinge aufgefallen. Der Umgang mit dem Essen ist mir negativ aufgefallen.
Es fing zuerst damit an, dass das Essen so normal geschmeckt hat. Es war weder ganz schlecht noch ganz super. Es war ganz in Ordnung. Aber es war einfach zu viel. Wirklich viel zu viel. Das ist mir allerdings auch nicht nur dort in diesem Restaurant aufgefallen, sonder ist wohl eine allgemeine Feststellung.
Auch in München oder Zittau waren die Portionen wirklich viel. Man rollt praktisch aus dem Restaurant, weil man so voll gefressen ist. Überall kann man zwar gut essen, aber irgendwie sind mir die Portionen zu gross.

Dazu kommt, dass irgendwie kein Umdenken stattfindet. Eher werden die Portionen noch grösser.
Doch irgendwie ist das Verschwendung. Verschwendung an Ressourcen, an Nahrungsmitteln. Es ist zudem auch wirtschaftlich nicht sinnvoll. Wären die Portionen kleiner, wären die Preise günstiger. Wären die Portionen günstiger, würde der Kunde möglicherweise ein Dessert bestellen. Das würde dazu führen, dass man eine weitere Sache verkaufen könnte. Nehmen wir Kaffee. In der Herstellung ist er ja günstig und wird demgegenüber teuer verkauft. So hätte man eine grössere Gewinnspanne, wenn man diesen zusätzlich verkaufen könnte.
Wenn die Portionen kleiner werden würden, müsste zudem nicht so viel weggeworfen werden. Dadurch reduzieren sich die Kosten für die Herstellung (weniger Aufwand für Hitze, weniger Zeit für Herstellung etc), die Kosten für den Abfall und die Kosten für den Einkauf. Und natürlich es ist umweltfreundlicher.
Ich bin auch davon überzeugt, dass im Endeffekt bei kleineren Portionen das Restaurant mehr einnimmt. Der Kunde nimmt noch ein Dessert (mehr Einnahmen bei geringeren Aufwand). Er würde genau gleich oder weniger bezahlen wie heute. Aber die Leute würden möglicherweise mehr ausgehen und damit regelmässiger ins Restaurant gehen. Für günstigere Preise überlegt man es sich halt schon mal wieder ins Restaurant zu gehen. Vielleicht kann man sogar die Qualität anheben. Man kann sich bessere Lebensmittel leisten und damit besseren Geschmack. Auch dadurch würden mehr Leute ins Restaurant kommen. So hätte man eine Win-win Situation.

Ich habe irgendwie auch das Gefühl, dass die Portionen in der Schweiz kleiner sind. Ich kann das nicht genau beziffern, aber man ist satt nach dem Essen und nicht überfüllt. Das stört mich irgendwie. Denn ich gebe ungern irgendwas zurück. Aber in Deutschland passiert mir dies irgendwie ab und an. Zwar selten, aber es kommt vor.

Warum wird es dann nicht gemacht? Ich verstehe das nicht? Ist das euch auch schon mal aufgefallen? So macht mir irgendwie das Essengehen keinen Spass mehr.